Hermann

Aus der Forschung

Lesesaal im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin. Bild: Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum

Lesesaal im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin. Bild: Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum

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Rede Prof. Jürgen Mlyneks auf dem Schleyer Symposium am 01./02.03.2012

 
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Kooperationsverbot aufheben, Universitäten stärken

In den letzten Jahren haben forschungspolitische Initiativen Bewegung in die Wissenschaftslandschaft gebracht, insbesondere durch mehr Wettbewerb. Im Juni fallen weitere Entscheidungen in der Exzellenzinitiative, die das Wissenschaftssystem des nächsten Jahrzehnts prägen. Der Hochschulpakt ist bis 2020 konzipiert, der Pakt für Forschung und Innovation läuft vorerst bis 2015. Wir müssen jedoch jetzt schon über diesen Zeitraum hinaus denken und neue Zukunftsperspektiven entwickeln. Welches Wissenschaftssystem erwarten wir in zehn Jahren? Wie wollen wir dies mitgestalten?

Auf jeden Fall hat die Verschiebung von der Grund- zur Projektfinanzierung ihre Grenzen erreicht. Ein “Weiter so“ wäre nicht mehr konstruktiv. Vielmehr käme es zu risikoaversen Entscheidungen der Institutionen auf der Jagd nach Mitteln. Kern der Lösung muss vielmehr eine auskömmliche Grundfinanzierung auch der Universitäten sein. Doch die  Länder können diese Aufgabe nicht alleine stemmen. Mit der Aufhebung des Kooperationsverbots des Artikel 91b GG liegt die Lösung auf der Hand. Ein Modell von „bundesmitfinanzierten Universitäten“ würde die Rolle der Universitäten stärken und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen könnten mit ihrer Expertise und Infrastruktur zur Schwerpunktbildung der Universitäten beitragen. Was mit der Exzellenzinitiative begonnen hat, würde so sinnvoll fortgesetzt.

Parallel dazu müssen wir bestehende nationale und internationale strategische Partnerschaften ausbauen und weitere schaffen. Verbindliche, institutionalisierte Kooperationen mit den Universitäten sind notwendig, um gemeinsam an übergeordneten Fragen zu arbeiten. Erfolgreiche Strukturen wie beim KIT oder bei JARA haben Maßstäbe gesetzt. Mit der geplanten strategischen Partnerschaft des MDC der Helmholtz-Gemeinschaft und der Charité als Universitätsklinikum erproben wir ein drittes Modell. Allen Modellen ist gemeinsam ist Anziehungskraft bei den Inhalten und Ähnlichkeit in Größe und Ausstattung. Schließlich sind dies die entscheidenden Erfolgsfaktoren, um kritische Masse und Strahlkraft zu erzielen und eine führende Rolle in Forschung, Wissenschaft und Innovation einzunehmen.

Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft

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11.01.2013
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