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Fachinformationen zum Reaktorunfall in Fukushima sehr gefragt

Gleich nach Bekanntwerden des Reaktorunfalls am 11. März 2011 richtete das KIT für die Helmholtz-Gemeinschaft Arbeitsgruppen ein, die noch heute wissenschaftliche Erkenntnisse für die Öffentlichkeit aufbereiten. In den ersten drei Monaten waren die rund 30 beteiligten Forscherinnen und Forscher zeitweise rund um die Uhr eingespannt. In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) sowie Experten aus den USA und Japan sammelten sie alle verfügbaren Daten und versuchten, die weitere Entwicklung vorauszusagen. „Unsere Berechnungen, beispielsweise zur Bodenkontamination mit Cäsium, erwiesen sich durchweg als zutreffend“, erklärt Wolfgang Raskob, der mit seinem Team am KIT tägliche Vorausrechnungen erstellte. 
  

Hohe Nachfrage nach gesicherter Information

Auf der Website des KIT  veröffentlichten die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse. Die Seiten verzeichneten in der Zeit von März 2011 bis Januar 2012 knapp 54.000 Zugriffe. Die Grafiken zu den Ausbreitungsberechnungen wurden sogar in Japan als unabhängige Information abgerufen. Gleichzeitig berichteten mehr als 270 Artikel in Online-Medien, mehr als 150 Artikel in Printmedien, über 50 TV-Beiträge und über 80 Radio-Beiträge über die Tätigkeit der Helmholtz-Forscher am KIT nach Fukushima.

Sicherheitsmängel im Hightech-Land Japan

Kerntechnik-Experten der IAEA, die sich im März 2012 am HZDR getroffen hatten, urteilen heute:  Im Hochtechnologie-Land Japan waren die Kernkraftwerke nicht fit genug, um große Naturkatastrophen ohne Gefahr für Umwelt und Bevölkerung zu überstehen. Moderne passive Sicherheitssysteme, über die die Anlagen in Fukushima nicht verfügten, hätten den Austritt von Radioaktivität sicherlich vermindert. Im Gegensatz dazu gehören die deutschen Kernkraftwerke nach wie vor zu den sichersten der Welt und das deutsche Know-how um Reaktorsicherheit wird international geschätzt.

Aktuelle Lage in Fukushima 

In der Umgebung des Kraftwerkstandortes Fukushima versuchen die Japaner derzeit, die Dekontamination von mehreren Hundert Quadratkilometern Boden vorzubereiten. „Durch Abtragen einer rund fünf Zentimeter starken Schicht Erde soll die radioaktive Belastung unter den Schwellenwert von fünf Millisievert sinken“, erläutert Wolfgang Raskob. Für die Lagerung der abgetragenen Erde zeichnet sich allerdings noch keine langfristige Lösung ab. An der Anlage selbst werden derzeit Schutzhüllen aus Stahlgerüsten und Polyesterplatten errichtet, um die Reaktoren gasdicht abzuschließen. Stählerne Spundwände, die etwa 23 Meter in den Untergrund gerammt werden, sollen verhindern, dass radioaktiv kontaminiertes Wasser aus den Reaktoren ins Meer oder ins Grundwasser gelangt. „Inzwischen gibt es wieder funktionierende Kühlkreisläufe“, sagt Raskob. Schutt und Schrott sollen nach und nach von der Anlage abgetragen werden, um diese dann rückzubauen und/oder die Bereiche mit der höchsten Radioaktivität in einem Sarkophag einzuschließen. 

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11.01.2013
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