Hermann

Aus der Forschung

Gründungsmitglieder bei der feierlichen Gründung der „European Climate Research Alliance – ECRA“ am 4. Oktober im Europa-Parlament. Bild: ECRA/Vivian Hertz

Gründungsmitglieder bei der feierlichen Gründung der „European Climate Research Alliance – ECRA“ am 4. Oktober im Europa-Parlament. Bild: ECRA/Vivian Hertz

 
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Helmholtz international

Auf dieser Sonderseite berichten wir mehrfach pro Jahr über Neuigkeiten aus den Helmholtz-Büros in Brüssel, Moskau und Peking. Besonderer Fokus liegt hierbei auf Kooperationen und Partnerschaften der Helmholtz-Gemeinschaften in Russland, China und der EU sowie ausgewählten internationalen forschungspolitischen Nachrichten.

Nachrichten aus dem Büro in Moskau

Russische Regierung investiert in Megascience

Russland nimmt an vielen internationalen Forschungsprojekten teil, darunter auch an Großprojekten wie ITER, FAIR, European XFEL und an Experimenten im CERN. Das Budget für diese Projekte liegt bei rund 1,12 Milliarden Euro. Vor kurzem hat die russische Regierung beschlossen, auch eigene nationale Megaprojekte zu starten. In Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern plant sie, große Forschungsanlagen und Infrastruktur auf russischem Territorium zu bauen und zu betreiben. Dafür ist die russische Regierung bereit, bis zu 133 Milliarden Rubel (ca. 3,32 Milliarden Euro) auszugeben, wobei jedes einzelne Projekt bis 40,3 Milliarden Rubel (rund eine Milliarde Euro) kosten darf.

Sechs erste Projekte wurden von einer Auswahlkommission des russischen Ministeriums für Bildung und Wissenschaft bereits benannt und von der Regierungskommission für Hochtechnologien und Innovationen im Juli 2011 in Dubna Premierminister Putin vorgestellt: Das Tokamak Experiment Ignitor (Troitsk), die Nuclotron-based Ion Collider Facility NICA (Dubna), die Synchrotronquelle der 4. Generation im Kurchatov Institut, der Neutronenreaktor PIK in Gatchina, ein Laserzentrum in Nizhniy Novgorod und der Beschleuniger «Super-ctau-Factory» im Budker Institut für Nuklearphysik in Novosibirsk. Die Finanzierung dieser Projekte hat noch nicht begonnen. Zuvor sollen Technologie-Roadmaps vorbereitet und internationale Gutachten eingesammelt werden.

Bei dem Projekt IGNITOR, das von russischer Seite vom Kurchatov Institut koordiniert wird, wird Italien die Hälfte der Kosten übernehmen. „Nationale Großprojekte werden in Russland realisiert, aber in enger Zusammenarbeit mit den ausländischen Kollegen“, betont Kurchatov-Direktor Mikhail Kovalchuk, der im Sommer dieses Jahres mit einem russischen Verdienstorden für seine langjährige fruchtbare Tätigkeit ausgezeichnet wurde.

DLR-Planetenforscher gründet Labor an Moskauer Universität

Am 20. September 2011 haben Professor Dr. Jürgen Oberst aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Universitätsrektor Professor Dr. Vasiliy Malinnikov ein Labor zur Satellitenforschung an der Moskauer Staatlichen Universität für Geodäsie und Kartographie (MIIGAiK) eröffnet. Das Projekt gewann im vorigen Jahr 150 Millionen Rubel (ca. 3,75 Millionen Euro) in der Ausschreibung des russischen Ministeriums für Bildung und Forschung und wird in den nächsten drei Jahren von Jürgen Oberst in Moskau geleitet.

Das „MIIGAiK Extraterrestrial Laboratory“ setzt sich zum Ziel, Daten aus aktuellen und künftigen russischen und internationalen Raumfahrtmissionen wie Mars Express und Lunar Reconnaissance Orbiter zu sammeln, präzise Karten der Himmelskörper aufzubauen und Stellen der möglichen Landung zu identifizieren. Eine der aktuellen Aufgaben von „MExLab“ ist das Kartographieren der geplanten Landestellen auf dem Marsmond Phobos für die russische Raumsonde „Fobos-Grunt“, die im November 2011 mit einer Rakete gestartet werden soll. Am Projekt arbeiten 40 Forscher, vor allem Nachwuchsforscher. Perspektivisch wird das Labor auch internationale Partner einbinden, allen voran das DLR, die FU Berlin und die ESA.

Nachrichten aus dem Büro in Brüssel

Gründung eines Europäischen Forschungsverbundes auf dem Gebiet der Klimaforschung

Forschung braucht Zusammenarbeit! Unter diesem Motto schließen sich in der Klimaforschung acht führende europäische Forschungsorganisationen (ENEA, KNMI, FMI, SMHI, NMI, CIEMAT, DTU und die Helmholtz-Gemeinschaft) unter Federführung der Helmholtz-Gemeinschaft am 4. Oktober 2011 offiziell zu einer „European Climate Research Alliance – ECRA“ zusammen. Ziel dieser strategischen Partnerschaft ist es, die europäischen Forschungskapazitäten zu stärken und die Bearbeitung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen im Klimabereich zu beschleunigen. Dies wird durch gemeinsame Europa-weite Programme nach dem Bottom-up-Konzept verwirklicht.

Die Forschungsorganisationen und -institute sind maßgeblich an der Formulierung und Umsetzung von strategischen Forschungsagenden in Bezug auf wissenschaftliche und technologische Fragestellungen beteiligt. Sie arbeiten mit an der Entwicklung von internationalen Standards, vernetzen sich mit Forschungspartnern in verschiedenen Ländern und Sektoren und betreiben wichtige Forschungsinfrastrukturen für die internationale Forschungsgemeinschaft.

Gründungsmitglieder:

  • Italian National Agency for New Technologies, Energy and Sustainable Economic Development (ENEA),
  • Royal Netherlands Meteorological Institute (KNMI),
  • Finnish Meteorological Institute (FMI),
  • Swedish Meteorological and Hydrological Institute (SMHI),
  • Norwegian Meteorological Institute on behalf of
  • Norwegian Climate Centre (NMI),
  • Research Centre for Energy, Environment and Technology of Spain (CIEMAT),
  • Technical University of Denmark (DTU)
  • Helmholtz-Gemeinschaft.

 

Nachrichten aus dem Büro in Peking

Helmholtz fördert deutsch-chinesische Zusammenarbeit

Vertreter der Chinese Academy of Sciences und der Helmholtz-Gemeinschaft haben im August 2011 in Peking ein Abkommen unterzeichnet, das eine gemeinsame Förderung von herausragenden Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftlern vorsieht. Ab 2012 sollen vorerst fünf deutsch-chinesische Forschergruppen für einen Zeitraum von drei Jahren gefördert werden. Die Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft profitieren von der Einbindung der ausgewählten chinesischen Wissenschaftler in zweifacher Weise: Zum einen gewinnen sie hervorragende Forscher für wissenschaftliche Kooperationen, zum anderen erhalten sie drei Jahre lang jedes Jahr bis zu 120.000 Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft für die gemeinsame Forschung. Bis zu 35.000 Euro pro Gruppe jährlich beträgt die Förderung durch die Chinese Academy of Sciences (CAS).

Ein analoges Programm läuft bereits seit 2006 mit Russland. Professor Dr. Bai Chunli, Präsident der Chinese Academy of Sciences, und Professor Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, unterzeichneten den Vertrag. „Wissenschaft lebt vom Austausch und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Mit diesem Angebot bieten wir Entwicklungsmöglichkeiten für herausragende chinesische Forscher, ohne sie dauerhaft aus ihrem Land abzuwerben“, sagte Mlynek. Bewerben können sich ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Länder, die ein strategisch relevantes Thema bearbeiten. Besonderen Wert legen die beiden Partner hierbei auf die Einbindung talentierter Nachwuchskräfte.

Die erste Ausschreibung ist für März 2012 geplant. Mittelfristig trägt die Helmholtz-Gemeinschaft so dazu bei, die Abwanderung des wissenschaftlichen Nachwuchses aus China einzudämmen und die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit China zu stärken. Das Pekinger Büro der Helmholtz-Gemeinschaft unterstützt interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Bewerbung und bei anderen Kooperationsvorhaben.

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