Aus der Forschung

Der erste Galileo-Satellit während der Tests bei Thales Alenia Space in Rom im Mai 2011. Bild: ESA /S. Corvaja, 2011
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Zwei Galileo-Satelliten nun im Umlauf
Die beiden ersten voll funktionsfähigen Galileo-Satelliten kreisen nun in rund 23.222 Kilometern Höhe um die Erde. Sie waren am 21. Oktober an Bord einer russischen Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana gestartet. Damit hat der Aufbau eines eigenständigen europäischen Satellitennavigationssystems im Weltraum endlich begonnen.
Bis 2020 sollen insgesamt 30 solcher Satelliten um die Erde kreisen und deutlich präzisere Daten für Positionsbestimmungen auf dem Boden liefern als es das amerikanische GPS für zivile Zwecke zulässt. Zuständig für die Steuerung und Überwachung der Satelliten ist das Galileo-Kontrollzentrum am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Aufbau und Betrieb werden von der Europäischen Union finanziert.
Das Galileo-System soll jedoch auch Daten für die Forschung liefern, die auch am Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ zusammenlaufen und ausgewertet werden. Insbesondere erwarten die Satellitenexperten des GFZ genauere Messdaten zu den Bewegungen der tektonischen Platten, was die Risikobewertung für Erdbeben und andere Naturgefahren verbessern könnte. Mit den Signalen der Galileo-Satelliten können auch Wasserdampf und Temperatur in der Erdatmosphäre gemessen werden; diese Daten sind sowohl für die Wettervorhersage als auch für meteorologische und klimatologische Forschung von hoher Bedeutung.
Der Aufbau des Satellitennetzes im Weltraum geht im August 2012 weiter - dann werden erneut zwei Galileo-Satelliten gestartet. Mit den insgesamt vier Satelliten und ihren Signalen kann dann zum ersten Mal auch eine Ortung auf Basis der Galileo-Daten durchgeführt werden. Das europäische Satellitensystem wird auch mit dem amerikanischen Satellitennavigationssystem GPS interoperabel sein - Empfänger auf der Erde können dann Signale beider Systeme zur Ortsbestimmung nutzen.


