Hermann

Aus der Forschung

In Durban, Südafrika, findet die diesjährige UN-Klimakonferenz im Dezember statt. Bild: Helmholtz/Oliver Seim

In Durban, Südafrika, findet die diesjährige UN-Klimakonferenz im Dezember statt. Bild: Helmholtz/Oliver Seim

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Reimund Schwarze arbeitet am UFZ im Bereich "Ökonomie des Klimawandels" und ist Sprecher für dieses Thema im Rahmen der Klimainitiative der Helmholtz-Gemeinschaft. Zurzeit leitet er am Climate Service Center (CSC), einer Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht, in Hamburg die Abteilung "Ökonomie und Politik". Zudem hat er einen Ruf an die Universität Frankfurt (Oder) für "Internationale Umweltökonomie" erhalten.

Aktuelle Berichterstattung:

Während der UN-Klimakonferenz berichten Reimund Schwarze und seine Mitarbeiter regelmäßig im Blog unter

http://blog.ufz.de/klimawandel

 

Joint Implementation (JI )

Industrieländer investieren in Emissionsreduktionsprojekte in anderen Industrieländern. Das Projekt-Gastland stellt dem Investor ein handelbares Emissionsrecht aus, das zur Erfüllung der Verpflichtungen im nationalen Rahmen oder für den Emissionshandel genutzt werden kann.

Clean Development Mechanism (CDM)

Industrieländer können in Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern investieren und erhalten dafür handelbare Emissionsgutschriften, die national oder im Emissionshandel genutzt werden können.

REDD +

Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern. Industrie- und Schwellenländer zahlen in einen Fonds der UN, um den Aufbau von Forstschutzprogrammen und -infrastrukturen in Entwicklungsländern zu bezahlen. Später soll ein Marktmechanismus handelbarer Zertifikate entwickelt werden.

Kyoto-Protokoll

Auf der 3. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention in Kyoto 1997 (COP 3) haben die Vertragsstaaten das sogenannte "Kyoto-Protokoll" verabschiedet. In dem Protokoll verpflichten sich die Industriestaaten verbindlich dazu, ihre Emissionen der sechs wichtigsten Treibhausgase - u.a. Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) - im Zeitraum 2008 bis 2012 um mindestens 5% unter das Niveau von 1990 zu senken. Dabei haben die einzelnen Länder unterschiedliche Verpflichtungen zur Emissionsminderung akzeptiert (z. B. Japan 6%, Russland +/-0%). Die EU mit ihren damals 15 Mitgliedstaaten (EU-15) hat ihre gemeinschaftliche Kyoto-Verpflichtung von 8% innerhalb der EU umverteilt, so dass z.B. Deutschland 21%, Großbritannien 12,5% und Frankreich +/-0% erbringen müssen.

 

 

 
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Was bringt die Klimakonferenz in Durban?

Die nächste UN-Klimakonferenz findet vom 28. November bis zum 9. Dezember 2011 in Durban, Südafrika, statt. Die Erwartungen sind gedämpft, wahrscheinlich werden sich die Staaten nicht auf ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll einigen. Mit dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2012 fallen die Instrumente weg, um Emissionen zu begrenzen und aus dem Zertifikatehandel die Energiewende in den Industrieländern zu finanzieren. In Durban könnten aber immerhin Finanzhilfen und Anreize für ein grünes Wachstum in den Entwicklungsländern vereinbart werden, meint Professor Dr. Reimund Schwarze vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und vom Climate Service Center (CSC), eine Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Als Beobachter nimmt der Klimaökonom an den UN-Klimaverhandlungen in Durban teil.

In den Vorbereitungsgesprächen zu Durban auf dem Petersberg in Bonn im Juli 2011 zeigten sich vor allem die Entwicklungsländer am Klimaschutz interessiert, berichtet Schwarze. „Einige Länder wollen eine vollständige Dekarbonisierung bis 2050. Sie haben verstanden, dass die Zukunft kohlenstoffarm sein muss, und sie bereiten sich darauf vor. Aber dafür brauchen die Entwicklungsländer finanzielle Unterstützung aus den Industrieländern.“ Schwellenländern können dagegen aus eigener Kraft bereits zum grünen Wachstumsmodell übergehen. „China will nun ein Pilotmodell des Emissionshandels im eigenen Land einführen. Diese Impulse gilt es zu nutzen“, meint Schwarze. Es kommt nun in Durban darauf an, Instrumente zu entwickeln, die auf bilateraler oder multilateraler Basis funktionieren und wirtschaftliche  Anreize für eine nachhaltige Entwicklung zu setzen.

„Auch wenn der weltweite Emissionshandel zunächst eine schöne Utopie bleibt, können wir durch die Fortentwicklung von Abkommen zwischen Industriestaaten und Schwellen- und Entwicklungsländern für Klimaschutzmaßnahmen, zum Beispiel mit Joint Implementation oder dem Clean Development Mechanism, uns dieser Utopie in Schritten nähern“, argumentiert Schwarze. Der Schutz der Waldgebiete als Kohlenstoffsenken und Lungen des Planeten Erde soll mit dem REDD+-Abkommen erreicht werden. „Von REDD+ können wir lernen, dass es zukünftig sinnvoll ist, in ganzen Sektoren, wie hier der Forstwirtschaft, eine nachhaltige Bewirtschaftung zu erreichen. Es geht um die Schaffung von emissionsarmen Infrastrukturen, nicht um vereinzelte Projekte“, sagt Schwarze. Das muss sich auch in der Gestaltung der Finanzhilfepakete niederschlagen.

Im besten Fall werden auf der Klimakonferenz in Durban kleine aber verbindliche Schritte in die richtige Richtung vereinbart. Die Zusammenhänge in internationalen Klimaverhandlungen sind dermaßen komplex, dass sie selbst Experten schwer durchblicken können, meint Schwarze. „Ich gehe mit anderen Wissenschaftlern des UFZ nach Durban, um zu helfen, die Prozesse rund um das Waldschutzabkommen REDD+  für die Öffentlichkeit und Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft zu übersetzen und zugänglich zu machen.“

arö/UFZ

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