In Kürze
Vulkanasche-Messflüge ausgewertet
Als vor einem Jahr der Vulkan Eyjafjalla in Island ausbrach, wurde vorsichtshalber der Flugverkehr über Europa eingestellt. Denn es war unklar, wie sich die Asche verteilen und eventuell die Triebwerke schädigen würde. Das DLR startete damals mit dem Messflugzeug Falcon 20E eine umfangreiche Mess-Kampagne. Die Ergebnisse liegen nun vor und ermöglichen bessere Vorhersagen, so dass Luftraumsperrungen bei einem Vulkanausbruch in Zukunft eingeschränkt oder sogar vermieden werden könnten.
"Insgesamt hat der Vulkan schätzungsweise rund zehn Megatonnen Asche und drei Megatonnen Schwefeldioxid ausgestoßen", sagt Prof. Dr. Ulrich Schumann, Leiter des DLR-Instituts für Physik der Atmosphäre. "Wir konnten die Ascheschicht in Höhen bis zu sieben Kilometern finden. Sie war einige hundert Meter bis zu drei Kilometer dick und 100 bis 300 Kilometer breit." Die Falcon absolvierte insgesamt acht Messflüge. Bei den Flügen über Island am 1. und 2. Mai 2010 lagen die Werte im Kern der Aschewolke über rund einem Milligramm pro Kubikmeter.
Am 19., 20., 22. April und am 9. Mai wurden Aschewolken über Deutschland sowie der Nord- und Ostsee mit Konzentrationen unterhalb von 0,2 Milligramm pro Kubikmeter gefunden. Am 17. und 18. Mai überquerten Aschewolken Holland und Deutschland, deren Konzentrationen teils oberhalb von 0,2 Milligramm pro Kubikmeter, aber sicher unter dem vereinbarten Grenzwert von zwei Milligramm pro Kubikmeter lagen.
Die Ergebnisse der Ascheflüge werden jetzt international verwendet, um die Vorhersagemodelle zu überprüfen und zu verbessern. Die Luftfahrt drängt darauf, die Entscheidungen über Flüge bei Vulkanausbrüchen in Zukunft selber fällen zu können. Dafür müssen die notwendigen Risikoanalyseprozeduren und Informationen bereit stehen.


