Preise
Herbert Gleiter wird Fellow der Materials Research Society:
Der Physiker und Materialwissenschaftler Prof. Dr. em. Herbert Gleiter ist zum Fellow der amerikanischen Materials Research Society (MRS) gewählt worden. Die Organisation ehrt ihn damit für seine Forschungen über Nanomaterialien.
Bereits in den 1980-er Jahren fand er heraus, dass kristalline Materialien durch einen hohen Anteil an Korngrenzen und Grenzflächen zwischen unterschiedlichen Phasen besondere Eigenschaften erhalten. Als erster entdeckte er die periodische Struktur der Grenzflächen zwischen unterschiedlich orientierten Kristallen und erstellte – darauf aufbauend – das „Structural Unit Model“, das die Basis heutiger Modelle der Atomstruktur an Korngrenzen bildet.
Diese Erkenntnisse machten ihn zum Pionier der Nanowissenschaften. Ab 1994 gehörte er dem Vorstand des damaligen Forschungszentrums Karlsruhe an und gründete 1998 zusammen mit dem Nobelpreisträger Prof, Dr. Jean-Marie Lehn und Prof. Dr. Dieter Fenske das Institut für Nanotechnologie (INT), dessen Direktor er auch war.
Als einer der Wissenschaftler, die heute im Network of Excellent Retired Scientists (NES) des KIT aktiv sind, gibt der 71-Jährige sein Wissen an die jüngere Generation weiter. Gleiters aktuelle Arbeiten befassen sich mit einer neuen Klasse von nichtkristallinen Nanomaterialien, sogenannten Nanogläsern, sowie mit der Frage nach dem Übergang zwischen klassischer Mechanik und Quantenmechanik.
Herbert Gleiter hat bereits zahlreiche Preise erhalten, unter anderen den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft 1988, den Max-Planck-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung und der Max- Planck-Gesellschaft 1993 sowie die Blaise-Pascal-Medaille der European Academy of Sciences 2009. Unter anderem hatte er Professuren am Massachusetts Institute of Technology (MIT), der Universität Bochum und der Universität des Saarlands inne.


