Hermann

Aus der Forschung

Zwei Schiffe der US Navy beim Tanken auf hoher See. Bild: MC3 Juan Antoine King/Wikipedia

Zwei Schiffe der US Navy beim Tanken auf hoher See. Bild: MC3 Juan Antoine King/Wikipedia

 
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Schiffsverkehr und Weltklima

Der SeaKLIM-Abschlussbericht, an dem eine Helmholtz-Nachwuchsgruppe aus dem DLR mitgewirkt hat, zeigt teilweise überraschende Ergebnisse: Mit rund 800 Millionen Tonnen CO2 (Stand 2000) entlässt die internationale Schifffahrt etwa so viel CO2-Emissionen in die Atmosphäre wie die Luftfahrt, setzt dabei aber mit 20 Millionen Tonnen zehnmal mehr Stickoxid frei und mit rund 12 Millionen Tonnen sogar um hundertmal so viel Schwefeldioxid. Für ihre Studie nutzten die Nachwuchswissenschaftler die Daten des europäischen Umweltsatelliten Envisat und komplexe Computermodelle.

Die Auswirkungen auf den Klimawandel sind komplex: Durch die Emission des Treibhausgases CO2 trägt der Schiffsverkehr zur globalen Erwärmung bei. Die hohe Konzentration von SO2-Abgasen wirkt dem jedoch zunächst entgegen, denn schwefelhaltige Verbindungen reagieren in der Atmosphäre zunächst zu Schwefelsäure, die mit Wasser winzige Tröpfchen bildet, welche Sonnenlicht zurück ins All streuen. SO2-Emssionen bedingen somit einen Temperaturrückgang. Doch dieser Effekt tritt nur lokal auf und ist zeitlich beschränkt: Die Lebenszeit der Aerosole beträgt lediglich einige Tage, während sich Kohlenstoffdioxid über hundert Jahre in der Atmosphäre hält. Außerdem tragen SO2-Emissionen zu einer massiven Verschmutzung der Luft in Küstennähe bei.

Ausblick:

Die fünfjährige Projektförderung von SeaKLIM übernahmen das DLR und die Helmholtz-Gemeinschaft zu gleichen Teilen mit insgesamt 250.000 Euro pro Jahr. Im Rahmen dieser Förderung konnte die Nachwuchsgruppe einen Forschungsbeitrag für den Klimaschutz leisten. Nicht zuletzt ihren Studien ist es zu verdanken, dass die internationale Schifffahrt verschärften Regeln zur Minimierung von SO2-Emissionen entgegenblickt.  In den Sonderzonen der Schifffahrt wurde bereits der Grenzwert für den Schwefelgehalt im Schiffstreibstoff um ein Drittel, auf 1,0 Prozent reduziert. Ab 2015 darf der Anteil von Schwefel nicht mehr als 0,1 Prozent in diesen geschützten Bereichen betragen. Als eigenständiges Projekt hat SeaKLIM zur zweiten Treibhausgas-Studie der International Maritime Organization (IMO) beigetragen und arbeitet auch künftig an Emissions-Szenarien des Schiffsverkehrs zum Schutz von Atmosphäre und Klima.

 

Weitere Informationen:

www.dlr.de/desktopdefault.aspx/tabid-12/114_read-29144/

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12.01.2013
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