Hermann

Aus der Forschung

Die Fassade des Ferdinand-Braun-Instituts wurde mit CISSolarmodulen aus Kupfer, Indium und Schwefel der Firma Sulfurcell ausgestattet. Bild: FBH/P. Immerz

Die Fassade des Ferdinand-Braun-Instituts wurde mit CISSolarmodulen aus Kupfer, Indium und Schwefel der Firma Sulfurcell ausgestattet. Bild: FBH/P. Immerz

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Dr. Jörn Krupa
Referent für Technologietransfer
Helmholtz-Geschäftsstelle Berlin
Tel.: 030 206329 72

joern.krupa(at)helmholtz.de

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Dr. Jan Elmiger
Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie
Tel.: 030 8062 13646

elmiger(at)helmholtz-berlin.de

HEF plus

Christina Männel
Karlsruher Institut für Technologie
Tel.: 07247 82 9000

christina.maennel(at)kit.edu

 
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Technologietransfer 03/2011

Ausgründungen aus Helmholtz-Zentren

Sicherlich kann nicht jede Helmholtz-Ausgründung einen derart schnellen Unternehmenserfolg vorweisen wie die SULFURCELL Solartechnik GmbH. Diese wurde 2001 als Spin-off des heutigen Helmholtz-Zentrums Berlin für Materialen und Energie gegründet, hat mittlerweile über 250 Beschäftigte und konnte Anfang 2011 trotz des schwierigen Umfelds in einer neuen Finanzierungsrunde 18,8 Mio. Euro von namhaften Investoren einwerben. Doch viele der Ausgründungen der letzten Jahre haben sich nicht nur am Markt etabliert, sondern entwickeln sich weiter und schaffen Arbeitsplätze. Nur sehr selten scheitern die jungen Unternehmen. Diese positive Bilanz ist dem hohen persönlichen Engagement der Gründerteams zu verdanken, aber auch eine gründliche Vorbereitungszeit und breite Unterstützung innerhalb der Helmholtz-Zentren haben entscheidend zum späteren Markterfolg beigetragen.

Helmholtz Enterprise fördert die Vorbereitung von Gründungen

Unterstützt werden die Gründungsvorhaben auch durch zwei Instrumente auf Ebene der Helmholtz-Gemeinschaft: Helmholtz Enterprise und HEFplus. Insbesondere Helmholtz Enterprise hat sich in den letzten Jahren zu einer wertvollen Ausgründungsunterstützung entwickelt. Seit 2005 sind insgesamt 58 Anträge bewilligt worden; bislang haben sich aus diesen Vorhaben über 30 junge Unternehmen gegründet. Allein in den letzten beiden Jahren sind drei Viertel der neu gegründeten Spin-Offs zuvor über Helmholtz Enterprise gefördert worden. In den zwei Gutachtersitzungen 2010 wurden nun insgesamt neun neue Gründungsvorhaben zur Förderung ausgewählt. Mit 100.000 Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft (wobei die jeweiligen Zentren das Projekt dann in gleicher Höhe kofinanzieren) werden neben den bereits vorgestellten Projekten (siehe hermann 11/2010) die folgenden drei Vorhaben gefördert:

  • In der geplanten Ausgründung iuvaris wollen die Ingenieure Dr.-Ing. Hans-Georg Enkler, Markus Dickerhof und Benjamin Hessenauer vom KIT-Institut für Produktentwicklung einen Schreibstift für Kinder mit Schwierigkeiten beim Schreiben zur Marktreife entwickeln. Der Stift ist mit geeigneter Sensorik ausgestattet, um die Bewegungen und Kräfte beim Schreiben zu erfassen. Ärzte und Therapeuten sollen damit die individuellen Probleme betroffener Kindern besser diagnostizieren und ihnen gezielter helfen können.
  • Ebenfalls aus dem KIT stammt das Ausgründungsvorhaben Cell Arrays. Die Ausgründer Dr. Pavel Levkin und Florian Geyer vom Institut für Toxikologie und Genetik haben eine Methode entwickelt, um für die Bioforschung neuartige hochdichte Arrays für Mikroproben herzustellen. Damit lassen sich erstmals Kapazitäten von über 50.000 Mikroproben auf der Größe von Standard-Mikrotiter-Platten erreichen, so dass zum Beispiel das gesamte menschliche Genom auf einem einzigen handtellergroßen Biochip untersucht werden kann. Zeit und Kosten für die Experimente werden so stark reduziert.
  • Im Ausgründungsvorhaben GEORECS von Dr. Albrecht Schulze vom Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches Geo-ForschungsZentrum GFZ soll ein robustes Aufnahmegerät für die Geoforschung produziert werden, das seismische und andere Signale aus der Erdkruste aufnehmen kann. Der GCube-Rekorder, der am GFZ entwickelt wurde, ist vergleichbaren Geräten auf dem Markt technisch überlegen. Die Geräte sind klein, haben eine sehr geringe Energieaufnahme und können daher mit einfachen Monozellen betrieben werden. Zehn Stück davon passen in einen Rucksack, deshalb sind diese Datenlogger ideal für den Einsatz in schwierigem Gelände.

Die nächste Gutachtersitzung für Helmholtz Enterprise findet im Juni statt; bis zum 15. April 2011 können Anträge aus den Helmholtz-Zentren eingereicht werden.

Ein großer Erfolg: Innovationspreis der deutschen Wirtschaft 2010 für PEPperPRINT

Die PEPperPRINT GmbH hat den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft 2010 in der Kategorie „Startup“ gewonnen. Dr. Volker Stadler (PEPperPRINT) , Dr. Frank Breitling (KIT) und Dr. Ralf Bischoff (DKFZ) sind Mitbegründer der PEPperPRINT GmbH. Das Startup-Unternehmen, das aus dem DKFZ ausgegründet wurde, stellt mit einem neuartigen Verfahren Peptidchips für Forschung und Diagnostik her, mit deren Hilfe Krankheitserreger identifiziert, neue Wirkstoffe entwickelt oder die Diagnose von Krebserkrankungen verbessert werden können. Der Name PEPperPRINT ist dabei Programm, denn die 20 verschiedenen Bausteine der Peptide werden in Tonerpartikel eingebettet und mithilfe eines speziellen 24-Farben-Laserdruckers auf die Glasoberfläche gedruckt. Diese Herstellung ermöglicht eine um das 80-fache erhöhte Anzahl von Peptiden pro Fläche und reduziert die Herstellungskosten um das 50-fache. Damit eröffnet das Verfahren völlig neue Optionen für die Forschung. Die Ausgründung wurde von Juni 2008 bis Mai 2009 durch Helmholtz Enterprise gefördert.

Unterstützung und Managementberatung durch HEFplus

Während Helmholtz Enterprise eher die Phase bis zur Ausgründung fördert, setzt HEFplus etwas später an. Als Ergänzung zum Helmholtz Enterprise Fonds (HEF) besteht das „Plus“ des vom BMBF-geförderten Instruments darin, die Managementkompetenzen in den jungen Unternehmen zu stärken. So übernimmt das Programm, das noch bis August 2012 läuft, einen Teil der Kosten für externe Managementpartner, Berater und Spezialisten, damit die Spin-offs in der wichtigen Phase kurz vor oder nach der Gründung die Weichen für den Markterfolg richtig einstellen können. Voraussetzung für eine HEFplus-Zuwendung ist die Förderung durch Helmholtz Enterprise bzw. ein positiv begutachteter Businessplan. Pro Vorhaben können bis zu 60.000 Euro bewilligt werden. Durch das HEFplus-Programm zur Managementunterstützung wurden seit 2007 zwölf Ausgründungen erfolgreich unterstützt. Neun Projekte werden derzeit finanziert und weitere Vorhaben stehen kurz vor dem Start der Förderung.

Validierung ermöglicht erfolgreiche Ausgründungen und andere Verwertungswege

Wie eine acatech-Studie zu Gründungen aus der außeruniversitären Forschung ermittelte, sind 40 Prozent der befragten Spin-Offs bisher ohne einen funktionsfähigen Prototypen bzw. ein fertiges Produkt gestartet. Zugleich wurde der Aufwand für Weiterentwicklung und Kommerzialisierung der Technologie dabei von den Gründern häufig unterschätzt (Spath et al., 2010 http://bit.ly/hIVlLY). Genau hier setzt der Helmholtz-Validierungsfonds an, das neue Förderinstrument der Helmholtz-Gemeinschaft. Der Helmholtz-Validierungsfonds soll es ermöglichen, die Innovationslücke zwischen qualifizierten Forschungserbenissen und der Anwendung im Markt zu schließen. Ausgründungen sind aber nur ein möglicher Verwertungskanal für Projekte aus dem Helmholtz-Validierungsfonds: Auch strategische Entwicklungspartnerschaften mit Unternehmen oder Lizenzverträge können als Ergebnis der Validierungsförderung zu einer Kommerzialisierbarkeit der Technologien führen. Das neue Instrument scheint dabei wirklich in eine Lücke zu stoßen: Mittlerweile sind die ersten zehn Voranträge aus sieben Helmholtz-Zentren eingereicht worden. Für die erste Auswahlrunde, über die das Entscheidungsboard am 12. Mai befinden wird, sind Projekte mit einer Gesamtsumme von über 16 Mio. Euro beantragt worden, womit das Budget des Helmholtz-Validierungsfonds von 3 Mio. Euro für 2011 bereits deutlich überschritten ist. Nach einer europaweiten Ausschreibung ist nun mit der Peppermint Management GmbH ein kompetenter Partner gefunden worden, der als externer Validierungsfondsmanager die Umsetzung unterstützen wird.

Jörn Krupa

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