Hermann

Aus der Forschung

Bild: Wikipedia/Jawed Karim

Viele amerikanische Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bleiben am liebsten im eigenen Land, auch in der Postdoc-Phase. Aber nicht nur deshalb, weil das Campusleben so schön ist (hier der Campus der Stanford Universität), sondern auch, weil sie wenig über die guten Forschungsbedingungen in Deutschland wissen. Bild: Wikipedia/Jawed Karim

 
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Brain Circulation statt Brain Drain

Deutschlands Politik einer klaren Förderung von Forschung und Bildung erregt weltweit Aufsehen. Dies verdeutlichten jetzt wieder Gespräche im Rahmen der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science, in Washington. Der Wissenschaftsstandort Deutschland ist nicht nur absolut konkurrenzfähig, sondern zeichnet sich durch echte Vorteile gegenüber vielen anderen Ländern aus.

Der Pakt für Forschung und Innovation garantiert zum Beispiel den außeruniversitären Forschungseinrichtungen ein jährliches Wachstum von 5 Prozent. Diese Sicherheit, um die uns viele beneiden, ermöglicht es gerade in der Grundlagenforschung mit langem Atem strategisch zu planen und echte Durchbrüche zu erzielen. Viele US-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wissen dagegen nicht, ob und wie lange sie ihr Projekt fortsetzen können, sie sind gezwungen, in kürzeren Zeiträumen zu planen.

Dennoch ist es erstaunlich schwierig, ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in den USA forschen, für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland zu gewinnen. Dies hat vor allem zwei Gründe: Erstens tritt Deutschland als Forschungsstandort nicht offensiv genug auf; viele amerikanische Wissenschaftler wissen nicht, dass Deutschland exzellente Möglichkeiten bietet. Zweitens honoriert das amerikanische Forschungssystem den Karriereschritt ins Ausland nicht: Wer sich entscheidet, für eine gewisse Zeit zum Beispiel nach Europa zu gehen, hat es anschließend schwer, wieder im amerikanischen Wissenschaftssystem Fuß zu fassen.

Anders sieht es mit deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus, die derzeit im Ausland forschen. Nach einigen Jahren zieht es die meisten wieder ins Heimatland zurück, zum Beispiel um eine Helmholtz-Nachwuchsgruppe zu leiten. Der so genannte Brain Drain ist daher eher eine Brain Circulation. Und das fördern wir. Denn Forschung ist immer international orientiert und ein Forschungsaufenthalt in einem anderen Land ist ein wichtiger Baustein für eine wissenschaftliche Karriere. Gleichzeitig müssen wir nun zusätzlich noch die Anstrengungen verstärken, um mehr internationale Spitzen- und Nachwuchskräfte für einen Aufenthalt in Deutschland zu gewinnen.

Jürgen Mlynek

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12.01.2013
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