Aus der Forschung

Das Gemälde "Der Alchemist beim Suchen nach dem Stein der Weisen" (1771) von Joseph Wright of Derby illustriert die Entdeckung des Phosphors durch Hennig Brand im Jahr 1669. Quelle: Wikipedia (gemeinfrei)
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Phosphor-Recycling aus Abwasser
Phosphor ist lebenswichtig für den Energiestoffwechsel, nicht nur bei Pflanzen sondern auch für Tiere und Menschen. Die leicht erschließbaren Phosphor-Reserven reichen noch circa 100 Jahre und in den letzten Jahren sind die Börsenpreise deutlich gestiegen. Daher ist es nicht nur unter Umweltschutzaspekten sondern auch wirtschaftlich interessant, neue Verfahren zum Recycling zu entwickeln.
Ziel ist es, Phosphor teilweise aus Abwasser auszusondern und als wieder verwertbares Produkt einen Rohphosphat-Ersatzstoff zu generieren. Dazu haben KIT-Forscher vom Kompetenzzentrum für Materialfeuchte um Dr. Rainer Schuhmann das P-RoC-Verfahren (Phosphorus Recovery from waste and process water by Crystallisation) weiterentwickelt. Damit lässt sich in der Abwasserphase gelöstes Phosphat mittels Kristallisation an Calcium-Silicat-Hydrat-Phasen als phosphathaltiges Produkt zurückgewinnen. Dieses einfache und effektive Prinzip, so erklärt Schuhmann, „liefert ein pflanzenverfügbares Produkt, das zum Beispiel ohne weitere Aufbereitung als Düngemittel einsetzbar ist.“ Kooperationspartner im Projekt sind auch die Firma Cirkel GmbH & Co. KG aus Rheine und die HeidelbergCement AG.
Die Pilotphase in Neuburg kann in etwa einem halben Jahr abgeschlossen sein. Danach wird die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit des P-RoC-Verfahrens ausgewertet. „Dann wird man wissen, ob 20, 30 oder noch mehr Prozent der jährlich anfallenden circa 30 Tonnen Phosphor aus dem Neuburger Abwasser zurückgewonnen werden können“, sagt Schuhmann.


