Aus der Forschung

Die Trübung des Wattenmeeres durch Schwebstoffe und das klare Wasser der Nordsee sind im Satellitenbild sehr deutlich zu erkennen. Bild: HZG
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Pressinfo Helmholtz-Zentrum Geesthacht: 'Warum wächst das Wattenmeer'
Warum wächst das Wattenmeer?
Wattenmeere entstehen in gemäßigten Breiten überall dort, wo das Meer sanft abfallende Flächen im Rhythmus der Gezeiten überflutet und sich dadurch Sedimente ablagern. Seit 2006 untersuchen zwei Wissenschaftler vom Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung das Phänomen, dass sich das Wattenmeer nicht mit der offenen See mischt und dass der Flutstrom mehr Schwebstoffe in das Wattenmeer transportiert als der Ebbstrom wieder hinaus bringt.
Das flache Wasser des Wattenmeeres ist leichter als das Wasser im offenen Meer, da es durch Regen und Zuflüsse einen geringeren Salzgehalt und somit auch eine geringere Dichte aufweist. Die Küstenforscher haben jetzt herausgefunden, dass dieser Dichteunterschied ein wesentlicher Faktor bei dem Transport der Schwebstoffe im Watt ist.
Mit dem Ebbstrom schiebt sich das leichtere Wasser der Watten über das Wasser der offenen See. Es entsteht eine Schichtung des Wassers. Setzt der Flutstrom ein schiebt sich das schwerere Wasser der offenen See über das Wattenmeer. Da jedoch das schwerere Wasser nach unten sinkt, kommt es nicht zu einer Schichtung sondern zu einer Durchmischung des Wassers. Die Schwebstoffe wirbeln vom Grund auf und werden vom Flutstrom Richtung Küste transportiert. Dort lagern sie sich ab, so dass das Wattenmeer mit der Zeit wächst.


