Aus der Forschung

Videostandbild: DLR/3D Reality Maps/DigitalGlobe
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Virtueller Gipfelsturm
Virtuell kann nun jeder den Gipfel des Mount Everest erklimmen. Experten um Frank Lehmann vom DLR-Institut für Robotik und Mechatronik haben mit optischen Satellitendaten das höchste Gebirge der Erde erstmals dreidimensional erfasst und mit einer Auflösung von 50 Zentimetern abgebildet. Die 3D-Bilder sind aus einer Kooperation des DLR-Instituts für Robotik und Mechatronik mit den Unternehmen „3D RealityMaps“und „DigitalGlobe“ entstanden. Auf einem Video können Interessierte eine Expedition zum Gipfel des Mount Everest verfolgen.
Daten von Erdbeobachtungssatelliten ausgewertet
DigitalGlobe hat dabei den Berliner DLR-Wissenschaftlern Daten der beiden optischen Erdbeobachtungssatelliten WorldView 1 und WorldView 2 zur Verfügung gestellt. Ergänzt wurde das Material von Aufnahmen des deutschen Satellitensystems Rapid Eye. Mit einer selbst entwickelten Software haben die DLR-Wissenschaftler Satellitenaufnahmen aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln übereinandergelegt, um daraus die Höhenprofile zu berechnen und mit einer Software von RealityMaps ein 3D-Modell zu erstellen.
Klima-Veränderungen dokumentiert
Neben dem Mount Everest haben die DLR-Experten auch ein Waldgebiet auf Hawaii, Gebirgsketten und große Städte wie Mexico City oder Berlin abgebildet. „Durch die hohe Auflösung können wir Volumenveränderungen von Gletschern berechnen oder jahreszeitliche Veränderungen von Schneehöhen ermitteln, aus denen sich dann wiederum Rückschlüsse auf Trinkwasserreserven und Raten der Schneeschmelze ziehen lassen“, sagt Lehmann. Die Höhenwerte der Satellitendaten sind dabei pixelgenau berechnet und betragen in der Höhe wie in der Breite 50 Zentimeter. Das ist die beste Auflösung eines Höhenmodells, die man zurzeit aus zivilen Satellitendaten gewinnen kann. Zum Vergleich: Die zum Teil älteren Luftbilder, die in Google zu sehen sind, basieren nach Angaben von Frank Lehmann auf Geländemodellen von nur 90 Metern Auflösung, in Europa und Nordamerika sind dies teilweise 30 Meter. Gebäude oder Bäume erscheinen nicht als einzelne erhöhte Objekte.


