Aus der Forschung

Zellen von Salmonella typhimurium. Bild: Manfred Rohde/HZI
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Pressinfo Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung 'Salmonellen infizieren nicht nach Schema F'
Strategie der Salmonellen
Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig haben einen bisher unbekannten Infektionsmechanismus entdeckt, den sich Salmonellen beim Eindringen in Darmzellen zunutze machen: Sie lassen sich über spezielle Fasern der Wirtszellen sozusagen durch Muskelkraft in diese hineinziehen.
Bei der Infektion mit Salmonellen spielt das Aktin-Zellskelett der Wirtszelle eine Rolle, das feine Faserstrukturen bildet, die der Zelle Halt geben und sie gleichzeitig beweglich machen. Das wichtigste Element beim Aufbau der Aktinfasern ist der Arp2/3-Komplex. Beim bisher bekannten Infektionsweg nutzen Salmonellen den Arp2/3-Komplex, um in die Wirtszelle einzudringen.
Bei dem nun entdeckten Infektionsweg nutzen die Salmonellen das Aktin-Zellskelett der Wirtszelle - und profitieren von der Wechselwirkung der Aktinfasern mit dem Motorprotein Myosin II. Aktin und Myosin bilden hier Fasern, die mit der Zelloberfläche verknüpft sind und während einer Infektion vermutlich einfach die Bakterien nach innen ziehen. Auch auf diese Weise erreicht die Salmonelle ihr Ziel – das Zellinnere.
Die Vielfalt in der Wahl der Infektionsmechanismen ist möglicherweise die Ursache dafür, dass nach Angaben der WHO seit Jahren die Salmonelleninfektionen ansteigen und neben den Menschen auch Tiere befallen werden.


