Aus der Forschung

Das Human Brain Projekt verbindet Spezialisten aus Neurowissenschaften, Genetik, Simulationswissenschaften, Robotik und Sozialwissenschaften. In der Abbildung ist die Darstellung eines Gehirns und neuronaler Strukturen zu sehen. Bild: Defelipe Spain/HBP
Weitere Informationen:
Presseinformation: 'Forscher wollen das menschliche Gehinr simulieren'
Simulation des Gehirns
„Das Gehirn ist energieeffizient, kann mit unvollständigen Daten arbeiten, selbst lernen und sich selbst reparieren. Diese Fähigkeiten nachzuahmen, würde die Informationstechnologie, die Medizin und die Gesellschaft revolutionieren“, sagt Prof. Dr. Henry Markram von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne. Er leitet das ‚Human Brain Project‘, in dem Wissenschaftler aus Lausanne, Jülich, München und Heidelberg das menschliche Gehirn detailgetreu simulieren wollen.
Die 13 Partner aus neun EU-Staaten bringen Kompetenz aus Neurowissenschaften über Genetik, Höchstleistungsrechnen, Informationstechnologie und Robotik bis hin zu sozialwissenschaftlichen und ethischen Aspekten in das Projekt ein. Seit Mai 2011 sind sie und fünf weitere Projekte in der Endrunde um die FET-Flagship-Förderung. Bis Mitte 2012 werden sie die Machbarkeit des Vorhabens untersuchen. Ein Ziel der FET-Flagships ist es, Türen für neue Technologien aufzustoßen. „Der Informationstechnologie wird das 'Human Brain Project' einen gewaltigen Schub geben“, sagt Prof. Dr. Thomas Lippert, Leiter des Jülich Supercomputing Centre (JSC) und einer der Kodirektoren im ‚Human Brain Project‘. „Wir werden leistungsstärkere Rechner entwickeln, um detaillierte Modelle des Gehirns zu berechnen. Die Erkenntnisse zur Funktion des Gehirns können wiederum neue Wege in der Datenverarbeitung inspirieren.“
Auch Jülicher Neurowissenschaftler sind dabei. „Wir arbeiten unter anderem an einem virtuellen menschlichen Gehirn, in dem die räumliche Organisation von der Ebene des Moleküls bis zum komplexen Funktionssystem erfasst wird. Dieser multimodale Gehirnatlas kann im 'Human Brain Project' eine Art Navigationssystem werden“, sagt Prof. Dr. Katrin Amunts.


