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Aus der Forschung

Computertomographische Darstellung des Skeletts der Messel-Eidechse Cryptolacerta hassiaca. Bild: MfN/Helmholtz-Zentrum Berlin

CT-Skelett: Computertomographische Darstellung des Skeletts der Messel-Eidechse Cryptolacerta hassiaca. Diese Technik erlaubte es den Wissenschaftlern, interne und mit dem bloßen Auge nicht sichtbare anatomische Strukturen im Detail zu untersuchen. Bild: MfN/Helmholtz-Zentrum Berlin

Weitere Informationen:

www.helmholtz.de/hzb-messel-eidechse

 
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Fossile Eidechse als Urahn der Doppelschleichen enttarnt

Der evolutionäre Ursprung der Schlangen gehört zu den großen Rätseln der Evolutionsbiologie. Während genetische Untersuchungen die Verwandtschaft mit Leguanen und Waranen nahelegen, deutet die Anatomie der Schlangen eher auf einen gemeinsamen Ursprung mit anderen Reptilien von schlangenähnlicher Körperform hin. Heiße Kandidaten sind insbesondere die sogenannten Doppelschleichen oder Amphisbaenen, welche auf den ersten Blick wie beschuppte Regenwürmer aussehen und als grabende Formen vor allem in den tropischen Böden Afrikas und Südamerikas heimisch sind. Welche Hypothese ist jedoch richtig?

Die Entdeckung: ein 47 Millionen Jahre altes Fossil

Die Entdeckung einer kleinen, 47 Millionen Jahre alten fossilen Eidechse aus der Grube Messel bei Darmstadt liefert nun den ersten anatomischen Nachweis zur Entstehung der Doppelschleichen. Demzufolge sind diese nicht mit den Schlangen, sondern mit den sogenannten Halsbandeidechsen verwandt, zu denen auch unsere heimische Zauneidechse gehört. Das kleine Fossil, welches die Forscher Cryptolacerta hassiaca tauften („versteckte Eidechse aus Hessen“), befindet sich in der Sammlung des Forschungsinstituts und Naturmuseums Senckenberg in Frankfurt am Main.

Eidechse als Urahn der Doppelschleiche

„Dieses Fossil widerlegt endgültig die Hypothese, dass Schlangen mit anderen grabenden Reptilien verwandt sind und in einem gemeinsamen evolutionären Schritt sowohl ihre Gliedmaßen verloren als auch ihren Rumpf verlängerten“, sagt Johannes Müller, Wissenschaftler am Museum für Naturkunde und Professor an der Humboldt-Universität Berlin. Die Forscher um Johannes Müller und Doktorandin Christy Hipsley untersuchten das Fossil mithilfe eines Mikro-Computertomographen, der es erlaubt, auch kleinste Strukturen aus dem Inneren des Skelettes in hoher Auflösung sichtbar zu machen. Anschließend kombinierten sie die anatomischen Daten mit genetischen Informationen moderner Eidechsen und Schlangen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass der Schädelbau von Cryptolacerta eine ursprüngliche Variante des für Doppelschleichen charakteristischen kapselartigen, ans Graben angepassten Kopfes darstellt und dass beide am nächsten mit den Halsbandeidechsen verwandt sind. Die nächsten Verwandten der Schlangen sind hingegen Arten wie der moderne Komodo-Waran.

Museum für Naturkunde/arö

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