Aus der Forschung

Arktischer Wolf vor der Polar 5 in Alert, Kanada. Bild: Stefan Hendricks/AWI
Forschungsflugzeug Polar 5 zeigt: Meereis in der Arktis wird dünner
Bei ihrer Arktisexpedition im Frühjahr untersuchten die Wissenschaftler vom AWI bei frostigen Temperaturen von bis zu -30°C die Dicke des Meereises, die Aerosolverteilung, die Ozonkonzentration und die Genauigkeit von Satellitenmessungen.
Die Dicke des Meereises konnten die Forscher ermitteln, indem sie mit der Polar 5 eine vier Meter lange elektromagnetische Eisdickensonde an einem 80 Meter langen Seil in 15 Meter Höhe über die Eisoberfläche schleppten. So zeigt die vorläufige Auswertung der Messungen, dass das einjährige Meereis in der Beaufortsee dieses Jahr etwa 20-30 Zentimeter dünner ist als in den letzten beiden Jahren. „Ich würde erwarten, dass dieses dünne einjährige Meereis die Schmelzperiode im Sommer nicht übersteht“, schätzt Dr. Stefan Hendricks die Situation ein.
Bei Flügen dicht über dem Boden (60m) und auf Normalflughöhe (3000m) wurde die Verteilung kleinster Partikel, so genannter Aerosole, und ihres Kohlenstoffinhalts ermittelt. Ergänzt durch die Messungen von Spurengasen, wie zum Beispiel Ozon, wird es möglich sein, die Prozesse des Ozonabbaus in den Luftschichten bis etwa 15 Kilometer Höhe (Troposphäre) der Arktis besser zu verstehen. Schon jetzt konnten die Wissenschaftler die Ergebnisse von 2009 bestätigen: eine großflächig sehr geringe Ozonkonzentration über weiten Teilen des meereisbedeckten arktischen Ozeans.
Ein besonderes Erlebnis für die Wissenschaftler waren gemeinsame Flüge mit Maschinen der europäischen und amerikanischen Weltraumagenturen ESA und NASA unterhalb der Flugbahn des Satelliten CryoSat-2. Die Daten, die durch zeitgleiche Messungen mit einer großen Anzahl von Sensoren an drei Flugzeuge ermittelt wurden, können anschließend mit Satellitendaten verglichen werden. Ziel ist es, die Genauigkeit der Eisdickenmessungen, die CryoSat-2 im Frühjahr durchgeführt hat, zu überprüfen.


