Hermann

Aus der Forschung

Polar 6 mit blitzenden Turbo-Propellern, aufgenommen an der Novo-Station, 6.12.2011. Bild: Johannes Käßbohrer, Fielax, Bremerhaven

Polar 6 mit blitzenden Turbo-Propellern, aufgenommen an der Novo-Station, 6.12.2011. Bild: Johannes Käßbohrer, Fielax, Bremerhaven

 
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Polar 6 beim ersten Einsatz in die Antarktis

Das neue Polarforschungsflugzeug Polar 6 hat seine erste Forschungsmission in der Antarktis erfolgreich absolviert. Die Maschine vom Typ Basler BT-67 ist mit zahlreichen eigens entwickelten Geräten ausgestattet, um geophysikalische Daten zu erfassen und den mehrere Kilometer dicken Eispanzer genau zu vermessen. Das Bundesforschungsministerium finanzierte Anschaffung und Ausrüstung der Polar 6 am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung mit insgesamt 9,78 Mio. Euro.

Das Forschungsflugzeug Polar 6 ist von AWI-Experten mit speziellen Instrumenten bestückt worden. Öffnungen im Dach und am Boden des Flugzeugs ermöglichen es, verschiedene Sensoren anzubringen. Neben einer Konfiguration für geophysikalische Messungen kann man die Maschine so zum Beispiel auch speziell für Atmosphärenmessungen ausstatten. Mit der Polar 6 können wir dem riesigen Bedarf an Forschungsflügen in den Polarregionen entsprechen, erklärt Prof. Dr. Heinrich Miller, stellvertretender Direktor des AWI. Es sei jetzt möglich, im Frühjahr wichtige Untersuchungen in der Arktis durchzuführen, ohne dass die Antarktissaison dafür verkürzt werden müsse.

Der erste Einsatz von Polar 6 diente vor allem dem „CryoSat-2-Validierungsexperiment“, das die AWI-Wissenschaftler gemeinsam mit Kollegen der australischen Universität von Tasmanien in der Ostantarktis durchgeführt haben. Unterstützt wurden sie dabei durch die Australian Antarctic Division (AAD) und die Europäische Raumfahrtagentur (ESA). „Wir haben den Totten-Gletscher und den Law Dome vermessen, um Daten zu gewinnen, mit denen wir die Genauigkeit des ESA-Satelliten CryoSat-2 überprüfen können“, sagt Dr. Veit Helm, Geophysiker am AWI.

Der Satellit CryoSat-2 kreist seit April 2010 um die Erde. Er erfasst in der Arktis und Antarktis Veränderungen der Meereisdicke und sich ändernde Oberflächenhöhen von Landeis und liefert wichtige Daten für die Klimaforschung. Über der Antarktis misst er mit zwei Radar-Antennen bis auf wenige Zentimeter genau, wie weit Gletscher in die Höhe ragen. Damit lässt sich überprüfen, ob und in wieweit die Inland-Eismassen der Antarktis zunehmen oder schrumpfen.

Mit dem CryoSat-2-Validierungsexperiment wird untersucht, wie die physikalischen Eigenschaften der oberen Schnee- und Eisschicht das Radarsignal beeinflussen, das der Satellit aussendet und wieder empfängt. „Je nachdem, wie zum Beispiel die Korngröße des Schnees beschaffen ist, wie stark er sich verdichtet hat oder wie er geschichtet ist, kann das Radarsignal tiefer oder weniger tief eindringen und wird unterschiedlich reflektiert. Ignorieren wir diese Faktoren bei der Datenauswertung, kann es schnell zu Fehlinterpretationen kommen“, erklärt Veit Helm.

Die Messungen des neuen Forschungsflugzeuges Polar 6 bilden das Bindeglied zwischen den Satellitenmessungen aus dem All und Kontrolluntersuchungen am Boden, die das australische Team durchgeführt hat. Mit dem Motorschlitten fuhren die Wissenschaftler durch die ausgewählten Untersuchungsgebiete und gruben Schächte in die obere Schnee- und Eisschicht, um ihre physikalischen Eigenschaften direkt zu untersuchen.

AWI

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11.01.2013
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