Aus der Forschung

Ein Bioimplantat aus Magnesium: Der Prototyp einer Kreuzbandschraube. Bild: HZG
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Magnesiumimplantate lösen sich gezielt auf
Erste Prototypen von körperverträglichen Knochenimplantaten aus Magnesium sollen in den kommenden vier Jahren in dem neuen EU-Projekt „Tailored biodegradable magnesium implant materials“ (MagnIM) entwickelt und getestet werden. Koordiniert wird das mit drei Millionen Euro ausgestattete Projekt vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG). Implantate aus dem Leichtmetall Magnesium unterstützen die Knochenregeneration und lösen sich im Körper nach definierter Zeit von allein wieder auf.
Insbesondere in der Kinderchirurgie wären solche Materialien sinnvoll, weil Kinder noch im Wachstum sind. Dasselbe gilt für die Behandlung von Verletzungen, wo nur vorübergehend Bänder fixiert werden müssen. Magnesium bietet sich an, da dieses Element ein natürlicher Bestandteil des Körpers und somit besonders gut verträglich ist. Das Material ist zudem fest und elastisch zugleich und kann den besonderen Anforderungen im Skelett angepasst werden. „Wir brauchen Materialien, die über einen langen Zeitraum hohe mechanische Festigkeit liefern. Zur Heilung sollte das Implantat dann komplett vom Knochen aufgenommen werden können. Der Knochen nimmt dann den Platz dieses Implantates ein und man darf erwarten, dass man nicht mehr unterscheiden kann, ob in dem Knochen mal ein Magnesiumimplantat gesessen hat oder nicht“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Regine Willumeit, die die biologische Verträglichkeit im Zellversuch testet und das Korrosionsverhalten untersucht.
Die Legierungen auf Magnesiumbasis entwickelt das Team von Dr. Norbert Hort. Am Projekt beteiligen sich auch Wissenschaftler aus Leuven und Prag sowie Mediziner aus Universitäten in Graz und Malmö, die weitere Verträglichkeitstests durchführen werden. Darüber hinaus gibt es Industriepartner in Deutschland und Finnland.


