Aus der Forschung

Inneres Tracking-System des ALICE-Experiments am Beschleuniger LHC, CERN. Bild: Maximilien Brice (2007)
Zum Hintergrund: Der Portfolioprozess in der Helmholtz-Gemeinschaft
Die Bundesregierung hat den Forschungsorganisationen im Pakt für Forschung und Innovation einen jährlichen Aufwuchs zugestanden, um Zukunftsthemen aufzugreifen, den Nachwuchs zu fördern und das Wissenschaftssystem in Deutschland noch leistungsfähiger zu machen. Aus einem Teil dieses Aufwuchses fördert die Helmholtz-Gemeinschaft nun eine Reihe von Portfolio-Themen, die Expertinnen und Experten aus allen Helmholtz-Zentren in einem groß angelegten Prozess als besonders zukunftsträchtig identifiziert hatten. Von dieser Förderung sollen auch die universitären Forschungspartner profitieren. Ab der nächsten Förderperiode werden die Portfolio-Themen als Teil der Forschungsprogramme weitergeführt.
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Helmholtz beschleunigt Entwicklung von neuartigen Beschleunigern
Teilchenbeschleuniger werden zunehmend auch in der Medizin, den Lebenswissenschaften und der Materialforschung eingesetzt. Entwicklung und Bau neuartiger Komponenten für Beschleuniger sind damit zu einer übergreifenden Aufgabe geworden, die die Helmholtz-Gemeinschaft nun verstärkt fördert: Im Portfoliothema „Accelerator Research and Development“ (ARD) arbeiten sechs Helmholtz-Zentren, zwei Helmholtz-Institute, elf Universitäten, zwei Max-Planck-Institute und das Max-Born-Institut eng zusammen. Zwischen 2011 und 2014 werden dafür 16,7 Mio. Euro aufgebracht. Im Anschluss soll die Beschleunigerinitiative im Rahmen der programmorientierten Förderung verstetigt werden.
In der Helmholtz-Gemeinschaft haben die Zentren DESY, GSI, KIT, das Forschungszentrum Jülich, das Helmholtz-Zentrum Berlin und das Helmholtz-Zentrum in Dresden-Rossendorf mit Teilchenbeschleunigern Durchbrüche in der Kern- und Teilchenphysik sowie bei der Forschung mit Photonen erreicht und zur Weiterentwicklung der Technologie beigetragen.
Beschleunigeranlagen werden heute zunehmend in der Wirkstoffforschung, den Bio- und Nanowissenschaften oder der Materialforschung eingesetzt und für spezielle Anwendungen entwickelt, zum Beispiel für die Tumor-Therapie mit Ionenstrahlen. Auch die Nutzung von Laser-artiger UV-Strahlung aus Teilchenbeschleunigern für die Herstellung zukünftiger Generationen von Computerchips ist in der Diskussion.
„In den letzten Jahren sind Beschleunigertechnologien zu einer Schlüsseltechnologie geworden, die rasch vorangebracht werden muss. Daher bündeln wir die Kompetenzen und bauen die Vernetzung zwischen den deutschen Forschungseinrichtungen weiter aus“, sagt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Das Portfoliothema „Accelerator Research and Development“ (ARD) kann aus einem Teil des Aufwuchses finanziert werden, den die Bundesregierung den außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Pakt für Forschung und Innovation zur Verfügung stellt.
Mit dem Portfoliothema ARD entsteht eine Plattform, die die vielfältigen Kompetenzen deutscher Forschungseinrichtungen miteinander vernetzt und Synergien ermöglicht. Diese Plattform soll als Anknüpfungspunkt für internationale Kooperationen wirken und den deutschen Beitrag zur Weiterentwicklung von Beschleunigertechnologien international sichtbar machen. Zu den Themen zählen supraleitende Beschleunigertechnologien, neuartige Teilchenquellen, Elektron-Photon-Wechselwirkung und ultrakurze Teilchenpakete sowie neuartige Konzepte für Kreisbeschleuniger und Beschleuniger mit ultrahohen Gradienten. Eine wichtige Aufgabe ist darüber hinaus die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern.
Helmholtz-Zentren:
Koordinierender Sprecher Dr. Reinhard Brinkmann, DESY
- Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY
- Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf HZDR
- Forschungszentrum Jülich
- Helmholtz-Zentrum für Schwerionenforschung GSI
- Karlsruher Institut für Technologie KIT
- Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie HZB
Weitere Partner:
- Helmholtz-Institut Jena
- Helmholtz-Institut Mainz
- Humboldt-Universität Berlin
- Universität Bonn
- TU Darmstadt
- TU Dortmund
- Universität Düsseldorf
- Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt
- Universität Hamburg
- Universität Mainz
- LMU München
- Universität Rostock
- Universität Wuppertal
- MPI Quantenoptik, Garching
- MPI Physik, München
- Max Born Institut, Berlin


