Aus der Forschung

GITEWS-Warnzentrum in Jakarta. Bild: GITEWS
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Tsunami-Frühwarnsystem an Indonesien übergeben
Gleich nach der Naturkatastrophe vom Dezember 2004 haben mehrere Helmholtz-Zentren im Auftrag der Bundesregierung damit begonnen, ein Tsunami-Frühwarnsystem für den Indischen Ozean zu entwickeln. Denn weil der Tsunami damals die Menschen völlig unvorbereitet getroffen hatte, kamen insgesamt etwa eine Viertel Million Menschen um, davon allein in Indonesien über 170.000. Durch frühzeitige Warnung hätten sich viele Menschen retten können.
Schon im November 2008 nahm das System den Betrieb auf. Danach wurde das German-Indonesian-Tsunami-Early Warning-System GITEWS durch indonesische und deutsche Einrichtungen optimiert und hat seitdem mehrfach gezeigt, dass es funktioniert. Ende März übergab der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel (BMBF) im Auftrag der Bundesregierung das Tsunami-Frühwarnsystem GITEWS an Indonesien.
„Das Frühwarnsystem geht nun ganz in die indonesische Verantwortung über. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns jetzt aus dem System zurückziehen. Insbesondere mit der nachhaltigen Aus- und Weiterbildung des Warnzentrumsbetreibers BMKG unterstützt Deutschland weiterhin den Betrieb“, erklärte dazu Prof. Dr. Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des Helmholtz-Zentrums Potsdam, Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, das federführend den Aufbau übernommen hat.
Neben dem technischen Aufbau müssen weiterhin auch die Wissenschaftler, das Katastrophenmanagement, die Verwaltung und die Bevölkerung geschult werden, was bei einem Starkbeben und einem Tsunami zu tun ist und welche präventiven Maßnahmen getroffen werden können.
Die aktuelle Erdbebentragödie von Japan zeigt, dass Vorbeugung und Trainingsmaßnahmen selbst bei großen Katastrophen den Schaden minimieren können. Dieses Capacity Development muss für einen nachhaltigen Erfolg des Frühwarnsystems in Indonesien weiter entwickelt werden. Konkret für GITEWS wurde in drei Testregionen (Padang, Sumatra; Cilacap, Südjava; Kuta/Sanur, Bali) der Ablauf einer Tsunamiwarnung bis hin zur Räumung des Küstenabschnitts durchgespielt. Unabhängig davon entwickelte Indonesiens Erdbebendienst Alarmpläne für das gesamte Land. „Zusammen mit der neu gegründeten indonesischen Desastermanagementbehörde werden die in den Testregionen entwickelten Maßnahmen in Kooperation mit der Indonesischen Akademie der Wissenschaften landesweit in die Breite getragen“, ergänzt dazu GFZ-Wissenschaftler Dr. Jörn Lauterjung, der GITEWS-Projektkoordinator.


