Hermann

Aus der Forschung

Mitarbeiter des Helmholtz-Büros in Brüssel

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Helmholtz-Büros in Brüssel (v.l.n.r.): Dr. Vladimir Maly, Dr. Gerrit Bornemann, Christine Keller, Dr. Susan Kentner (Leiterin), Katja Hirzmann, Dr. Angela Richter, Dr. Karin Lohmann. Foto: Helmholtz-Büro Brüssel

 
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Helmholtz international

Auf dieser Sonderseite berichten wir mehrfach pro Jahr über Neuigkeiten aus den Helmholtz-Büros in Brüssel, Moskau und Peking. Besonderer Fokus liegt hierbei auf Kooperationen und Partnerschaften der Helmholtz-Gemeinschaft in Russland, China und der EU sowie ausgewählten internationalen forschungspolitischen Nachrichten.

Nachrichten aus dem Helmholtz-Büro Brüssel

Dr. Vladimir Maly ist seit 2006 im Brüsseler Büro der Helmholtz-Gemeinschaft für den Forschungsbereich Schlüsseltechnologien zuständig. Zuvor war er 17 Jahre lang Wissenschaftler und später Projektmanager im kerntechnischen Bereich des Forschungszentrums Jülich. Anschließend betreute er verschiedene EU-Forschungsprogramme.

Herr Dr. Maly, wozu braucht die Helmholtz-Gemeinschaft ein EU-Büro?
Das EU-Büro unterstützt Helmholtz-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Zugang zur europäischen Forschungsförderung. Seit 2007 haben Helmholtz-Arbeitsgruppen insgesamt Mittel in Höhe von 273 Mio. Euro eingeworben. Wir informieren die Zentren und Institute über europäische Forschungsprogramme und beraten sie bei der Antragsstellung. Zusätzlich beeinflussen wir die Gestaltung der europäischen Forschungsförderung: Wir führen Gespräche mit Entscheidungsträgern in EU-Institutionen, verfassen Stellungnahmen und initiieren einen forschungspolitischen Dialog.

Gibt es ein Beispiel, bei dem diese Fürsprache konkret wirken konnte – oder verliert sich das Engagement in den langwierigen Entscheidungsprozessen der EU?

Die EU ist ein riesiger Apparat, in dem sich eine Vielzahl von Entscheidungsträgern und Interessensvertretern einigen müssen. 2008 hat die Kommission z.B. einen Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Forschung in den Nanowissenschaften verabschiedet, der die Rahmenbedingungen für Forschung sehr stark eingeschränkt hätte. Die Helmholtz-Gemeinschaft und andere Wissenschaftsorganisationen haben daraufhin mit der Kommission und der Deutschen Vertretung bei der EU Gespräche geführt. Tatsächlich hat der Rat die Kommission anschließend aufgefordert, den Kodex zu modifizieren.

Wie würden Sie einen typischen Arbeitstag beschreiben?

Zunächst einmal verfolge ich die Entwicklungen in der Forschungsförderung. Diese Informationen bereite ich auf und leite sie an die Institute weiter. Weiterhin lese ich die relevanten EU-Dokumente und bespreche sie mit Kolleginnen und Kollegen  oder mit Mitarbeitern der Zentren. Es gibt laufend geänderte Entwürfe, Richtlinien oder Berichte der Kommission, die für uns bedeutend sind. Falls wir Bedarf sehen, Entscheidungsprozesse zu beeinflussen, tun wir uns mit anderen Wissenschaftsorganisationen zusammen und überlegen eine gemeinsame Strategie. Wir verfassen Stellungnahmen, diskutieren mit weiteren Interessensvertretern und vereinbaren Treffen mit Gesprächspartnern aus der Kommission oder dem Parlament.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Dass sie so vielseitig ist. Ich muss komplexe fachliche Zusammenhänge in kurzer Zeit verstehen und mich bei der Betreuung von Forschungsanträgen schnell in ganz unterschiedliche Projekte einarbeiten. Zugleich setze ich mich mit der Strukturierung der Forschung auseinander. An Entscheidungsprozessen der EU ist eine Vielzahl von Akteuren beteiligt, die alle unterschiedliche Vorstellungen und Interessen haben. Den Überblick zu bewahren und Kompromisse zu finden, ist nicht einfach. Unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu helfen, ihre Projekte zu realisieren, ist für mich ein großes Glück.

Vielen Dank für das Gespräch!

Aufgezeichnet von Sophia Sabrow


Nachrichten aus dem Büro in Moskau

Strategie „Innovatives Russland – 2020“

Das Russische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung hat im Auftrag von Premierminister Vladimir Putin einen Programm­entwurf zur Entwicklung Russlands bis zum Jahr 2020 veröffentlicht. Mit diesem Projekt legt das Ministerium einen detaillierten Innovationsplan vor. Strategisches Ziel ist, die Modernisierung der russischen Wirtschaft auf der Grundlage von Innovationen und neuen Technologien.

Um ein positives Innovationsklima zu schaffen und das wissenschaftliche Potenzial Russlands zu stärken, müssen die Institutionen der Grundlagenforschung, der angewandten Forschung, Hochschulen und Unternehmen effektiver zusammenarbeiten. Die bereits angelaufene Intensivierung der Forschung an den Universitäten trägt dazu bei, den Wettbewerb zu den 400 Institutionen der Russischen Akademie der Wissenschaften zu stärken. Laut Strategieentwurf werden neue Kompetenzzentren in prioritären wissenschaftlich-technischen Bereichen wie Flugzeugbau, neue Werkstoffe,  Informationstechnologien, Bio­technologien und optische Technologien, zur russischen Wissenschaftslandschaft hinzukommen. Diese Zentren werden nach dem Modell des Nationalen Forschungszentrums „Kurchatov Institut“ gegründet. In Hochschulbildung und Nachwuchsförderung werden Lernprogramme aufgelegt, um Grundlagen des innovativen Unternehmertums zu vermitteln.

Auch die bilaterale und multilaterale Zusammenarbeit mit dem Ausland soll ausgebaut werden, zum Beispiel durch die Schaffung von attraktiven Bedingungen für ausländische Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler.

Die Federführung bei der Umsetzung des Programms wird eine Regierungskommission für Spitzentechnologien und Innovationen übernehmen. Eingebunden sind verschiedene Ressorts, wie das russische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung, das Ministerium für Wissenschaft und Bildung sowie das Ministerium für Industrie und Handel. In weiteren Ministerien werden Abteilungen für Forschung gegründet.

4. Ausschreibung im Programm „Helmholtz-Russia Joint Research Groups“

Noch bis 31. Mai 2011 werden Anträge zur vierten Ausschreibung im Programm „Helmholtz-Russia Joint Research Groups (HRJRG)“ entgegen genommen. Die Helmholtz-Gemeinschaft betreibt dieses Programm gemeinsam mit der russischen Partnerorganisation Russian Foundation für Basic Research (RFBR). Insgesamt sechs Vorhaben können gefördert werden. Alle sechs Forschungsbereiche der Helmholtz-Gemeinschaft sind adressiert. Eines der Ziele des Programms ist die Förderung des besonders qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchses in beiden Ländern.

Infos: www.helmholtz.de/hrjrg-ausschreibung

E-Mail Helmholtz-Büro Moskau: moscow(at)helmholtz.de

Nachrichten aus dem Büro in Peking

Jülicher Forscher können Neutronenquelle in China nutzen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Forschungszentrum Jülich können für ihre Experimente demnächst auf eine starke Neutronenquelle  in China zugreifen. In Fang Shan bei Peking installierten Experten vom Jülich Centre for Neutron Science (JCNS) zwei Einkristall-Diffraktometer und ein Neutronen-Dreiachsenspektrometer, um Dynamik und Magnetismus in Festkörpern zu untersuchen. Diese Instrumente sollen mit dem chinesischen Forschungsreaktor CARR im Juni in Betrieb gehen. Mit einer Leistung von 60 MW zählt der Reaktor des China Institute of Atomic Energy zu den modernsten Forschungsneutronenquellen der Welt. Jülich kann dabei bis 2017 30 Prozent der Strahlzeit nutzen. „Die erfolgreiche Kooperation mit dem CIAE kann ein erster Schritt hin zu einer Zusammenarbeit mit anderen exzellenten wissenschaftlichen Instituten in China sein“, so Prof. Dr. Sebastian Schmidt, Vorstandsmitglied  des Forschungszentrums.

www.helmholtz.de/juelich-neutronenquelle-china


China will mehr Wissenschaftler aus dem Ausland einwerben

Die Chinesische Akademie der Wissenschaften CAS verstärkt ihre Bemühungen, Top-Forscherinnen und -Forscher aus aller Welt anzuwerben. In den nächsten Jahren soll hunderten ausländischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit geboten werden, in der chinesischen Forschungslandschaft Führungspositionen zu besetzen. Dabei sollen auch Restriktionen gelockert und die Arbeitsbedingungen verbessert werden.

www.helmholtz.de/china-forscher-international

red

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