Aus der Forschung

Start der Proton Rakete mit 3 Glonass M Satelliten. Bild: ROSKOSMOS, www.federalspace.ru
Nachrichten aus dem Büro in Moskau
GLONASS erschließt neue Märkte
Das russische Navigationssystem GLONASS soll bis Ende 2010 mit drei Satelliten des Typs GLONASS-M und einem modernisierten GLONASS-K vervollständigt werden. Mit insgesamt 24 Satelliten ist dann die Basis für eine globale Navigation geschaffen. Die russische Regierung erwartet, dass das System bereits 2013 in unterschiedlichsten Industriebranchen profitabel eingesetzt werden kann.
Das Programm „Globales Navigationssystem“ wird von der Föderalen Raumfahrtagentur „Roskosmos“ koordiniert und ist bis 2020 festgelegt: für 2010-2011 sind ca. 1,2 Milliarden Euro Forschung- und Entwicklungsausgaben eingestellt. Die russische Regierung plant, das System in nationalen Verkehrs- und Logistikprojekten einzusetzen, z.B. bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi, im russischen Nothilfeministerium (EMERCOM) und bald in den meisten in Russland produzierten Autos.
Große Aufmerksamkeit wird auch der internationalen Zusammenarbeit gewidmet: für bessere Ortung sollen alle Navigationssysteme einander ergänzen. Die neuen GLONASS-K Satelliten sind bereits mit dem CDMA-Verfahren ausgestattet, das mit dem Format von GPS, mit dem europäischen Galileo-System und dem chinesischem Compass kompatibel ist. Die Entwicklung genauerer Multisystem-Navigationsgeräte wird hierdurch erleichtert.
Russland beendet Mitgliedschaft im ISTC
Die russische Regierung hat angekündigt, dass sie aus dem Abkommen über das International Science and Technology Center (ISTC) austreten will. Nach dem Erlass des russischen Präsidenten endet die Mitgliedschaft Russlands nach Ablauf von sechs Monaten. Mit der Abwicklung wird der nationale Koordinator des ISTC, Rosatom, beauftragt.
1992 beschlossen die Europäische Union, Japan, Russland und die USA eine gemeinsame Regierungsorganisation in Moskau zu gründen mit dem primären Ziel, Wissenschaftler aus nuklear- und waffentechnischen Bereichen in zivilen Projekten einzusetzen, sie in die internationale Wissenschaftsgemeinde einzubinden und die Abwanderung in andere Länder zu verhindern. Seit 1994 hat das ISTC insgesamt 2.646 Projekte mit 814,6 Millionen US-Dollar gefördert, davon zahlreiche Projekte mit Beteiligung von Helmholtz-Forschungszentren. Die Zahl der ISTC-Mitgliedsstaaten ist heute auf 39 gestiegen.
Laufende ISTC-Projekte können noch bis zu zwei Jahre planmäßig fortgeführt werden. Die ISTC-Leitung arbeitet unterdessen an einem neuen Format der Einrichtung – hierzu gehört auch eine mögliche Zusammenarbeit mit Skolkovo, einem Innovationskomplex, der nun in der Nähe von Moskau gebaut werden soll (siehe hermann 09/2010). Dieser neue Innovationsstandort könnte von dem russischen und internationalen ISTC-Netzwerk profitieren.
Rusnanotech 2010 in Moskau
Vom 1. bis 3. November 2010 findet in Moskau das 3. Internationale Forum zur Nanotechnologie „Rusnanotech 2010“ statt. Rusnanotech ist eine internationale Kommunikationsplattform, auf der Fragen der Nanoforschung und der Kommerzialisierung der Ergebnisse besprochen und innovative Verfahren und Produkte präsentiert werden.
Das Forum bietet zwei große Programmblöcke: „Business“ (Nanotechnologien in Energieeffizienz, Elektronik und Telekommunikation, Gesundheit, Supercomputing, Industriebranchen, Ausbildung) und „Wissenschaft und Technologie“ (Nanoelektronik, Nanophotonik, Nanodiagnose, Nanomaterialien, Nano- und Biotechnologien) und wird durch eine Fachausstellung begleitet.
Das Forum wird jährlich von der staatlichen Holding „Russian Corporation of Nanotechnologies (RUSNANO)“ durchgeführt. RUSNANO verfügt über ein Budget bis 2015 von ca. 7,9 Milliarden Euro und soll demnächst in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden.
Im Jahre 2009 haben am Forum mehr als 11.000 Personen aus 78 Regionen Russlands und 38 ausländischen Ländern teilgenommen. Die Bundesrepublik Deutschland gilt als Wunschpartner der Russen im Bereich Nanotechnologie und war 2009 durch einen großen Stand vertreten.
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