In Kürze
Artenvielfalt wirkt sich auf Bodenproduktivität aus
Forscher aus UFZ und Forschungszentrum Jülich haben an einem Langzeit-Feldexperiment bei Jena mitgewirkt, das nun abgeschlossen wurde. Ziel war es, zu untersuchen, wie sich Artenvielfalt von Pflanzen auf das Funktionieren des gesamten Nahrungsnetzes auswirkt. Die unteren Ebenen des Nahrungsnetzes reagieren dabei empfindlicher auf den Rückgang von Pflanzenarten als höhere Ebenen.
„Zum Beispiel kann ein Rückgang der Pflanzenvielfalt dazu führen, dass auch die Vielfalt von Pflanzenfressern, räuberischen Arten, Parasiten und Allesfressern zurückgehen, was sich auf Wechselwirkungen wie die Bestäubung von Blütenpflanzen oder die Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzen auswirkt“, erläutert Dr. Christoph Scherber von der Universität Göttingen, Erstautor der Publikation, die Daten aus 15 Teilprojekten zusammenfasst. Dagegen verhindert eine höhere Vielfalt an Pflanzenarten das Eindringen fremder Pflanzenarten in die Artengemeinschaften und reduziert die Befallsintensität der Pflanzen mit pathogenen Pilzen.
Zu dem Experiment gehörten auch Untersuchungen zu den Auswirkungen im Boden. Dazu wurde unter anderem die Vielfalt an Mykorrhiza-Pilzen untersucht, die in Symbiose mit den Pflanzenwurzeln leben. Bei dieser Lebensgemeinschaft, die wie ein riesiges Röhrensystem den Boden durchzieht, versorgen die Pilze die Pflanzen mit Bodennährstoffen und erhalten dafür Kohlenhydrate von den Pflanzen. In den Untersuchungen zeigte sich, dass mit einer steigenden Anzahl an Pflanzenarten auch die Zahl der Pilztypen zunahm. Dies wirkte sich außerdem positiv auf den Bodenwassergehalt und damit auf die Produktivität aus. Dr. Stephan König vom UFZ: "Obwohl diese Pilze seit über 400 Millionen Jahren auf der Erde existieren, wissen wir immer noch vergleichsweise wenig über sie. Das Wissen könnte uns aber helfen, vielleicht in Zukunft die Erträge in der Landwirtschaft mit solchen Pilzen zu steigern und damit Dünger und dessen negative Auswirkungen auf die Umwelt zu vermindern."
Weitere Informationen:
www.helmholtz.de/ufz-jena-experiment
www.helmholtz.de/fzj-jena-experiment


