Hermann

Aus der Forschung

Die Stationen des Integrierten Plattengrenzen Observatoriums (IPOC) werden über Solarenergie betrieben. Foto: GFZ

Die Stationen des Integrierten Plattengrenzen Observatoriums (IPOC) werden über Solarenergie betrieben. Foto: GFZ

 
0 Kommentare

Chile: Erdbeben schließt Lücke zwischen Platten

Das schwere Erdbeben vom 27. Februar 2010 im südlichen Zentralchile hat eine der beiden letzten seismischen Lücken am südamerikanischen Plattenrand geschlossen. Die verbleibende Lücke im Norden Chiles hat nun das Potential eines vergleichbaren Starkbebens und rückt damit noch mehr in den Fokus. Das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ beobachtet seit 2006 diese Lücke mit dem Integrierten Plattengrenzen-Observatorium in Chile (IPOC), das es gemeinsam mit der Universidad de Chile mit dem seismologischen Dienst Chiles und der Universidad catolica del Norte betreibt.

„Gegenwärtig besteht das Messnetz aus 20 seismologische Stationen, die mit Breitbandseismometern und Beschleunigungssensoren ausgestattet sind“, erklärt der Koordinator der IPOC-Aktivitäten, Professor Dr. Onno Oncken (GFZ). An jeder Station wurde ein Stollen von ca. fünf Metern Tiefe in das Felsbett gesprengt, um stabile Umgebungsbedingungen für die Messgeräte zu gewährleisten. Alle seismischen Installationen werden mit der neuesten Generation von GPS-Geräten ausgestattet. Sieben Messpunkte wurden darüber hinaus mit magnetotellurischen Meßgeräten ausgerüstet, um auch elektrische Ströme in der Erdkruste zu messen.

Die Geodynamik in den Anden ist nicht nur von geowissenschaftlichem Interesse. „ Wir haben am GFZ nach vielen Jahren von Expeditionen und Messkampagnen in dieser Subduktionszone in den Anden den weltweit dichtesten Datensatz für ein solches Gebiet,“ sagt Onno Oncken. „Wenn wir an dieser Stelle den Zustand vor, während und nach einem großen Beben messen, dient das dazu, langfristige Gefährdungsmodelle für diese und ähnliche Regionen zu entwickeln.“

Ein Starkbeben in dieser Region kann Auswirkungen auf die globale Ökonomie haben: die Erdbeben hier entstehen durch das Abtauchen des Pazifikbodens unter Südamerika. Der gleiche Prozess führt aber auch zur Bildung von Erzlagern in der Erdkruste, so befindet sich die größte Kupferlagerstätte der Welt am Westrand der Zentralanden. Ein Starkbeben hier könnte die globale Versorgung mit Kupfer und Lithium zeitweise gefährden oder gar unterbrechen.

Weitere Informationen:

www.helmholtz.de/gfz-iopc

zurück

Kommentare zum Artikel
 
Noch keine Beiträge vorhanden.
Bitte Beitrag eingeben:


Ihr Name*   
Ihre E-Mail*   
Betreff*
Beitrag 

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spam-Abwehr.

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Antworten als Mail weiterleiten? 
* = Pflichtfelder

 
 

hermann 03/2010 als PDF

Die aktuelle Datei zum Download

 

 

11.01.2013
Druck-Version dieser Seite
Perma-Link