Aus der Forschung
Buchrezension: Helmholtz - Forschen nach Programm
Neu im Wissenschaftsverlag Tectum ist das Buch „Forschen nach Programm. Die programmorientierte Förderung in der Helmholtz-Gemeinschaft: Anatomie einer Reform“ von Dr. Sabine Helling-Moegen erschienen. Die Gründung des Helmholtz-Gemeinschaft e.V. im September 2001 und die zugleich eingeführte Programmorientierte Förderung für die damals 15 angeschlossenen Großforschungseinrichtungen war die bislang umfassendste Strukturreform in der deutschen Wissenschaftslandschaft. Sie basiert vor allem auf einem durchgängigen, wissenschaftlichen Evaluationssystem, eingebettet in eine Gesamtstrategie der Helmholtz-Gemeinschaft. Helling-Moegen berichtet, wie das Konzept in der föderalistisch aufgestellten deutschen Forschungslandschaft Gestalt annahm, von den weitgehend autonomen Akteuren ausgehandelt und schließlich Realität wurde.
Eine wichtige Rolle spielt dabei, wie und inwieweit sich die betroffenen Wissenschaftler für Neues motivieren lassen, da ohne ihre Unterstützung jede Förder- bzw. Steuerungsmechanik ins Leere liefe. Es geht um die Einflüsse und Steuerungsimpulse der Rechtsträger der Großforschungseinrichtungen und der beteiligten Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft. Am Ende steht eine erste konstruktive Bestandsaufnahme. In ihr werden aber auch die Schwierigkeiten sichtbar, an die man mit strategischer Planung in der Wissenschaft stoßen kann. Die Autorin stützt ihre detailreiche Darstellung auf zahlreichen unveröffentlichten Dokumenten sowie 40 Interviews mit Schlüsselakteuren aus Politik und Wissenschaft.


