Aus der Forschung

Aufnahme des Radarsatelliten TanDEM-X über der Ukraine. Bild: DLR
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Radarsatellit TanDEM-X erfolgreich im Umlauf
Schon mit seinen ersten Aufnahmen übertrifft der Radarsatellit TanDEM-X seinen Zwillingssatelliten TerraSAR-X: Wenige Tage nach dem erfolgreichen Start Ende Juni 2010 sandte der Satellit Aufnahmen aus dem Weltall zur DLR-Bodenstation in Neustrelitz. Aus über 500 Kilometern Höhe überflog der Satellit zunächst Madagaskar, die Ukraine und Moskau.
Wie der Radarsatellit Felder und Wälder wahrnimmt, zeigt die Aufnahme der Ukraine: Dort zeichnete der Satellit bei seinem Flug einen Stausee nahe des Flusses Donez, einem Nebenfluss des Don, auf. Der Stausee liegt inmitten von Waldgebieten und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Diese Felder sind unterschiedlich bewirtschaftet - und senden dadurch auch die Radarstrahlen aus dem Weltall unterschiedlich zurück. Diese wechselhafte Oberflächenstruktur ist im Bild durch unterschiedliche Helligkeit und Farbgebung zu erkennen. Östlich der kleineren Stauseen in der Bildmitte ist ein fahrender Zug als helle, gekrümmte Linie zu erkennen. Aus dem Versatz des Zuges zu den Gleisanlagen lässt sich aus dem Weltall sogar seine Geschwindigkeit berechnen.
Bis Ende Juli sollen die beiden Radarsatelliten TanDEM-X und sein Vorgänger TerraSAR-X dann auf eine Entfernung von 20 Kilometern aneinander herangeführt werden. Im Oktober werden die beiden Radarsatelliten im Formationsflug mit einem Abstand von teilweise nur noch 200 Metern über die Erdkugel fliegen.
Sobald die beiden Satelliten als gemeinsames „Augenpaar" ihre Daten aufzeichnen, beginne das „diffizile Zusammenspiel", sagt Projektleiter Michael Bartusch. Es darf dabei nicht zur Kollision kommen und es muss ausgeschlossen werden, dass sich die Satelliten gegenseitig bestrahlen. Die ersten offiziellen dreidimensionalen Bilder der Zwillingssatelliten wird es ab Januar 2011 geben. „Dann beginnen wir mit der Vermessung der gesamten Erde und generieren das Höhenmodell."


