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Kurzzeit-Immuntherapie bei Typ 1-Diabetes wirkt langfristig
Typ 1-Diabetes zählt zu den häufigsten Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter und führt zu einem fast vollständigen Abbau der Insulin produzierenden Zellen. Eine kurzzeitige Immuntherapie kann bei Patienten mit Typ 1-Diabetes den oft rasanten Rückgang der körpereigenen Insulinproduktion langfristig bremsen. Dies zeigte eine Studie von Prof. Dr. Anette Ziegler, Leiterin des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München.
Sie behandelte im Jahr 2005 80 Patienten im Alter von 12 bis 39 Jahren mit neu aufgetretener Typ 1-Diabetes. Dabei erhielt die Hälfte der Teilnehmer sechs Tage eine Immuntherapie mit den Antikörpern ChAglyCD3. Die Kontrollgruppe wurde mit einem Placebo-Präparat behandelt. Nach 18 Monaten hatte sich die körpereigene Insulinproduktion der mit den Antikörpern behandelten Patienten verbessert, so dass sie deutlich weniger Insulin zuführen mussten als die Kontrollgruppe.
Bisher war unklar, ob die Therapie einen längeren Nutzen erzielt. Folgeuntersuchungen ergaben jedoch nun, dass der Therapieerfolg anhält. Je jünger die Patienten bei der Behandlung waren, desto besser hat ihnen die Kurzzeit-Immuntherapie geholfen. So brauchten Patienten unter 27 Jahren auch nach vier Jahren nur zwei Drittel ihrer täglichen Insulindosis.


