Aus der Forschung

Die Messung des Schwerefelds ergibt ein Bild von der Erde, das einer Kartoffel ähnelt. Bild: Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
CHAMP: Zehn Jahre im Orbit
Seit zehn Jahren umrundet der Geoforschungssatellit CHAMP vom Helmholtz-Zentrum Potsdam, dem Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ, die Erde. Der nur 522 kg schwere Satellit hat nicht nur erstmals das Schwerefeld der Erde genau vermessen, sondern auch die zeitlichen Veränderungen des irdischen Magnetfeldes erfasst und Unregelmäßigkeiten in der Ionosphäre sondiert.
Vor allem das Bild der „Potsdamer Schwerekartoffel“ ist weltweit bekannt: Denn das Schwerefeld der Erde ist weniger gleichmäßig als vermutet, sondern weist größere Unregelmäßigkeiten auf. So wäre eine vollständig von Ozeanen bedeckte Erde keine perfekte Kugeloberfläche, sondern hätte Beulen und Dellen.
Die Daten aus den CHAMP-Messungen haben sich für viele Forschungsfragen als wertvoll erwiesen, von geophysikalischen Forschungen über die Ozeanographie bis hin zur präzisen Satellitennavigation auf der Erde.
Der Satellit wurde zum Stammvater der deutsch/amerikanischen Mission GRACE, die aus zwei baugleichen Zwillingssatelliten mit CHAMP-ähnlicher Instrumentierung besteht. Auch die für 2012 geplante ESA-Mission SWARM besteht aus drei von CHAMP abgeleiteten Satelliten.
CHAMP wurde vor zehn Jahren in rund 460 Kilometern Höhe ausgesetzt. Seitdem ist der Minisatellit kontinuierlich abgesunken und nun bei 265 Kilometern Höhe angekommen. Die nun dichter werdende dünne Atmosphäre bremst ihn immer stärker ab, so dass CHAMP voraussichtlich im September nach erfüllter und äußerst erfolgreicher Mission verglühen wird.


