Hermann

Aus der Forschung

Satellitenaufnahme des Ölteppichs im Golf von Mexico vom 24. Juni 2010. Bild: NASA

Satellitenaufnahme des Ölteppichs im Golf von Mexico vom 24. Juni 2010. Bild: NASA

Helmholtz-Podcast:

Hören Sie den vollständigen Beitrag über erdölabbauende Bakterien, der als aktueller Helmholtz-Podcast gerade erschienen ist.

www.helmholtz.de/audio

 
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Bakterien als Umweltretter

Das Drama vom Golf von Mexiko hat es vorgeführt: Nicht nur die Verbrennung der fossilen Ressourcen ist klimaschädlich, auch die Förderung birgt hohe Risiken für die Umwelt. Unter der Leitung des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) untersucht ein internationales Forschungsteam um Prof. Dr. Dietmar Pieper, wie Bakterien dabei helfen, giftige Bestandteile des Erdöls abzubauen. Der Name des Projekts: MAGICPAH.

Denn auch Bakterien sind auf bestimmte Bedingungen angewiesen, um überleben zu können, zum Beispiel auf Sauerstoff. Und der ist rar in 1500 Metern Tiefe unterhalb des Meeresspiegels, wo das Bohrloch im Golf von Mexiko über Wochen ungehindert Öl hervorsprudeln ließ.

Dennoch könnten die Einzeller in Zukunft helfen, bestimmte Bestandteile des Erdöls unschädlich zu machen. Dabei handelt es sich um polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) aus den Elementen Kohlenstoff und Wasserstoff. Sie sind besonders schwer abbaubar und wirken teilweise stark krebserregend. „Wir wollen erst einmal genau verstehen, was passiert, wenn wir versuchen, den Abbau solcher Substanzen zu optimieren und welche Organismen hierfür wichtig sind“, sagt Pieper.

Im Gegensatz zu früheren Forschungen setzen die Forscher dabei nicht mehr auf einzelne Bakterienstämme, sondern auf bakterielle Gemeinschaften. Denn die überleben nicht nur im Labor, sondern auch in natürlichen Situationen. Die Forscher analysieren die DNA der gefundenen Bakterien und suchen nach Genen, die Rückschlüsse auf die gewünschten Eigenschaften zulassen. Dreizehn Partner aus neun verschiedenen Ländern sind daran beteiligt, darunter auch zwei Firmen, die sich bei konkreten Schadensfällen mit der Sanierung befassen, so dass die Forscher nachprüfen können, ob sich ihre im Labor erarbeiteten Erkenntnisse auch auf die Praxis übertragen lassen. Seit April 2010 werden Proben gesammelt, und bis die komplexen Zusammenhänge in den erdölabbauenden Bakteriengemeinschaften wirklich verstanden sind, wird es noch Jahre dauern. Doch schon heute ist klar, dass Bakterien bei der Beseitigung von Schadstoffen aus Böden, Sedimenten und Abwässern eine wichtige Rolle spielen können.

 

Erich Wittenberg

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11.01.2013
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