Aus der Forschung

Histologisches Bild der Haut. Bild: Beiersdorf AG
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Altern und Sonnenlicht: Gegensätzliche Wirkung auf die Haut
Haut, die der Sonne übermäßig oft ausgesetzt ist, altert schneller, lautet eine Binsenweisheit. Aber ist das wirklich so? Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Beiersdorf AG untersuchten, inwieweit Umwelteinflüsse wie Sonnenlicht zur Hautalterung beitragen. Dazu entnahmen sie Freiwilligen je zwei Hautproben: eine vom äußeren Unterarm – der sonnenexponierten Seite – und eine vom inneren Oberarm – der lichtgeschützten Seite.
In den Proben analysierten die Forscher eine besonders gut untersuchte epigenetische Veränderung der DNA: das Anheften von Methylgruppen. Über diesen Schlüsselmechanismus wirken Umweltfaktoren auf das Erbgut und schalten wichtige Wachstumsbremsen der Zellen aus, mit dem Resultat, dass Zellen weiter wachsen. Die so genannte Methylierung gilt als zentrale Ursache für die unkontrollierte Teilung von Tumorzellen. Vor diesem Hintergrund schlussfolgern die Forscher, dass mit dem Alter die Anzahl der Methylmarkierungen und damit auch die Krebsgefahr steigt.
Der Vergleich der sonnenexponierten mit der lichtgeschützten Haut ergab dagegen ein überraschendes Ergebnis: Sonnenlicht führt nicht zu vermehrtem Zellwachstum, sondern kann die Methylmarkierungen sogar entfernen. Altern und Sonnenlicht scheinen also nicht unmittelbar zusammenzuhängen, betonen die Forscher. Der Umkehrschluss ist jedoch noch lange nicht korrekt: Ob Sonnenlicht im Stande ist, der Alterung und dem Krebs entgegenzuwirken, bleibt fraglich.


