Hermann

Aus der Forschung

Der spiraligen Form der Nautilus-Muschel, hier im Querschnitt, liegen die Proportionen des Goldenen Schnitts zu Grunde. Foto: iStock/Phil Cardamone

Viele Formen in der Natur basieren auf dem Prinzip des Goldenen Schnitts, einem bestimmten harmonischen Verhältnis von Zahlen, Strecken oder Flächen, bei dem sich der größere zum kleineren Teil verhält wie die Summe beider zum größeren der Teile. Auch der spiraligen Form der Nautilus-Muschel, hier im Querschnitt, liegen diese Proportionen zu Grunde. Foto: iStock/Phil Cardamone

Weitere Informationen:

www.helmholtz.de/hzb-goldener-schnitt

 
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Harmonien in der Quantenwelt

Forschungserfolge aus der Festkörperphysik machen normalerweise keine Schlagzeilen. Es ist schwierig, anschauliche Metaphern zu finden, um die komplexen Phänomene der Quantenwelt so aufzubereiten, dass auch Laien einen Zugang finden. Genau das aber haben zwei Meldungen aus dem Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie geschafft: Bereits im September 2009 machte die Gruppe von Allan Tennant mit der Entdeckung der „Magnetischen Monopole“ Schlagzeilen, rund 6500mal wurde die Presseinformation des HZB allein auf der Webseite des Dienstes Eurekalert angeklickt, den die HZB-Pressestelle unter anderem zur Verbreitung genutzt hat. Im Dezember erschienen die Monopole als Durchbruch des Jahres im amerikanischen Wissenschaftsmagazin Science.

Jetzt haben Tennant und sein Team mit einer zweiten Arbeit sogar noch mehr Aufmerksamkeit erregt: Im Januar veröffentlichten sie in Science ihre Arbeit zu „Quantum Criticality in an Ising Chain: Experimental Evidence for Emergent E8 Symmetry“. Die zeitgleich erschienene Presseinformation des HZB übersetzte den Fachbegriff E8-Symmetrie und titelte: „Den Goldenen Schnitt gibt es auch in der Quantenwelt“. Die unerwartete Verbindung zwischen moderner Quantenphysik und antiker Harmonienlehre bewirkte 35.000 Klicks innerhalb eines knappen Monats auf diese Presseinfo, die ebenfalls in englischer Sprache im Nachrichtendienst Eurekalert veröffentlicht wurde. „Dieses Interesse ist überwältigend. Es zeigt: wenn man sich mit den Forschungsthemen des Hauses intensiv beschäftigt, findet man auch schöne Bilder und eine einfache Sprache, um sie zu erklären“, sagt Ina Helms, die Verfasserin der HZB-Pressemitteilungen. Natürlich sei klar, dass dies bei weitem nicht alles Journalisten und Laien sind, die in so großer Zahl auf die Pressemitteilung klicken, sondern auch Wissenschaftler anderer Fachgebiete. „Doch dies ist genauso schön, denn auf diese Weise tragen wir als Pressestelle dazu bei, Forschungsergebnisse auch in angrenzende wissenschaftliche Communitys zu tragen “, so Ina Helms.

Wie eine Gitarrensaite auf Nanoebene würde sich die Kette aus Atomen verhalten, veranschaulicht einer der Forscher das Ergebnis der Untersuchung an Kobalt-Niobat. Und wie bei einer Gitarrensaite entstehen dabei auch Resonanzen, von denen die ersten beiden in einem Verhältnis zueinander stehen, das genau dem Goldenen Schnitt entspricht, der in Kunst und Architektur für die perfekte Harmonie steht. Harmonie statt Chaos in der Quantenwelt, das klingt auch für Laien spannend - fast so wie Schwarze Löcher, Strings und M-Branes, die auch nur Experten ansatzweise begreifen, die aber trotzdem viele Menschen faszinieren. Fantasie, umfassende Bildung und ein bisschen Mut sind erforderlich, um solche anschaulichen Bilder zu finden, damit Laien mit verfolgen können, wie die Wissenschaft heute die Welt sieht.

arö

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11.01.2013
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