Aus der Forschung

Naturkundemuseum Berlin. Foto: André Künzelmann/UFZ
Weitere Informationen:
www.helmholtz.de/ufz-teebreport-2010
Was ist die Natur wert?
Was Insekten, Käfer, Pilze, Bodenorganismen, Pflanzen und Wirbeltiere leisten, ist nicht zu ersetzen – und funktioniert oft nicht mehr, wenn einzelne Elemente im Ökosystem fehlen. Wirkungsvolle Maßnahmen gegen den weiteren Verlust an biologischer Vielfalt sind daher ökonomisch dringend geboten. Dies ist das Fazit der internationalen Studie zur Ökonomie der Ökosysteme und Biodiversität (TEEB).
Für die TEEB-Studie haben über 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Tausende von Studien, Politikansätze und ökonomische Methoden analysiert und ausgewertet, das UFZ hat diese Mammutarbeit im Auftrag des UN-Umweltprogrammes wissenschaftlich koordiniert. Der Endbericht, der im Herbst auf der 10. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens für Biologische Vielfalt in Japan vorgestellt wurde, zeigt am Beispiel Wälder, Städte und Bergbau, wie die Dienstleistungen von Ökosystemen ökonomisch erfasst und einberechnet werden könnten. In Mexico etwa wurde vor sieben Jahren ein nationales Zahlungssystem für Ökosystemdienstleistungen eingeführt, daraufhin hat sich die Entwaldungsrate um 50% reduziert, Wassereinzugsgebiete und biodiverse Nebelwälder wurden gesichert, sowie ca. 3,2 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen vermieden.
„Wenn wir nichts tun, verlieren wir nicht nur natürliches Kapital in Wert von Billionen von Dollar für die Gesellschaften, wir machen auch die Armen der Welt weiter arm und gefährden zukünftige Generationen. Die Zeit, Biodiversität zu ignorieren und auf konventionellem Denken über Wohlstandsgewinn und -entwicklung zu beharren, ist vorbei. Wir brauchen einen Weg in eine grüne Ökonomie“, sagt der Leiter der Studie Pavan Sukhdev. Zu den wichtigsten Empfehlungen im Endbericht von TEEB gehört die Erfassung von Waldbeständen und das Vorantreiben von Abkommen wie REDD+, um Lebensräume in Wäldern zu erhalten. Die Prinzipien ‘Der Verursacher zahlt’ und ‘Vollständige Schadensbehebung’ werden als Leitlinien für Steuerreformen und staatliche Anreizstrukturen empfohlen. Außerdem sollten Subventionen genauer erfasst und veröffentlicht werden, so dass umweltschädigende Effekte erkannt werden und Reformen stattfinden können. Denn auch das zeigte TEEB: Gerade Subventionen für Landwirtschaft, Fischfang und Bergbau tragen massiv zur Zerstörung der Vielfalt bei.


