Aus der Forschung

Gemeinsam mit Dr. Hanno Meyer (m.) bohrte Wladimir Putin in den Dauerfrostboden, um eine Probe des Permafrost-Eises zu untersuchen. Foto: Thomas Opel/AWI
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Putin unterstützt Permafrostforschung
Fast ein Viertel der Landfläche auf der Erde ist mit dauerhaft gefrorenem Boden bedeckt, der nur im Sommer an der Oberfläche auftaut. Permafrost ist nirgendwo so verbreitet wie in Russland und im zentralen Nordsibirien kann der Boden sogar bis 1.500 Meter tief gefroren sein. Im Permafrost sind enorme Mengen an Methan gespeichert, die beim Auftauen freigesetzt werden und die globale Erwärmung weiter antreiben können.
Um diese Vorgänge zu untersuchen, betreibt das AWI im Lena-Delta in Nordsibirien die deutsch-russische Samoylow-Forschungsstation. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin war bei seinem Besuch der Samoylow-Station in diesem Sommer so beeindruckt von der dort geleisteten Arbeit, dass er die Duma bat, Mittel in Millionenhöhe für den Bau eines modernen Stationsgebäudes zu bewilligen. „Mit unseren russischen Kollegen verbindet uns seit 20 Jahren eine enge Freundschaft und es freut mich, dass wir in Russland als verlässlicher Partner ernst genommen werden“, sagt Prof. Dr. Hans-Wolfgang Hubberten, Leiter der AWI-Forschungsstelle Potsdam.
Die Ergebnisse der letzten „Expedition Lena 2010“ werden noch ausgewertet, eines ist aber schon bekannt: 56 Zentimeter sommerliche Auftautiefe – so tief war der Boden in den zehn Jahren, in denen die Wissenschaftler dort messen, noch nie aufgetaut.


