Aus der Forschung

Satellitenaufnahme des Larsen Eisschelfs an der Ostseite der Antarktischen Halbinsel. Bild: DLR/TerraSAR-X
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El Niño und La Niña: Gegensätze im westantarktischen Schneefall
Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ haben ermittelt, wie sich die Eismassen über dem antarktischen Kontinent mit der Zeit verändert haben. Sie werteten dafür Daten der Schwerefeld-Satellitenmission GRACE aus und betrachteten zwei Regionen, die augenscheinlich besonders empfindlich auf den Klimawandel reagieren: Auf der Antarktischen Halbinsel verschwinden große Schelfeisgebiete und im Amundsen-Gebiet der West-Antarktis weichen Gletscher und Eisströme rasch ins Landesinnere zurück.
„In der GRACE-Zeitreihe konnte zum ersten Mal direkt beobachtet werden, wie die Eismasse in den beiden Gebieten durch Schwankungen im Niederschlag von Jahr zu Jahr variiert“, erklärt Dr. Ingo Sasgen. Die Variation hängt offenbar mit dem globalen Klimaphänomenen El Niño und seinem schwächeren Gegenstück La Niña zusammen, die alle paar Jahre abwechselnd im pazifischen Ozean auftreten. „Die veränderte atmosphärische Zirkulation während der El Niño-Warmphasen führt zu geringeren Niederschlägen und damit zur Massenabnahme in der Antarktischen Halbinsel, während dann im Amundsen-Gebiet etwas mehr Schnee fällt“, erläutert der GFZ-Forscher Prof. Dr. Maik Thomas. Bei La Niña-Jahren ist es dagegen genau umgekehrt, dann fällt mehr Schnee auf der Antarktischen Halbinsel und weniger in der Westantarktis.
Überlagert wird diese gegensätzliche Variation von einer stetigen Abnahme der Eismasse in beiden Gebieten, die im Einklang mit dem globalen Klimawandel steht. Denn die GRACE-Daten seit dem Jahr 2002 ziegten auch: Jedes Jahr verliert die West-Antarktis 110 Gigatonnen Eis. Damit sind die Westantarktis und die Antarktische Halbinsel gemeinsam für etwa ein Zehntel des derzeit beobachteten mittleren globalen Meeresspiegelanstiegs von jährlich 3 Millimetern verantwortlich.


