Aus der Forschung

Die Aschewolke des am 14. April 2010 zum zweiten Mal ausgebrochenen isländischen Vulkans Eyjafjallajökull breitet sich über dem Nordatlantik aus (Aufnahme vom 17. April 2010). Bild: NASA/GSFC/Jeff Schmaltz/MODIS Land Rapid Response Team
Quelle: Flickr
Weitere Informationen:
Jan Woerner's Blog: www.helmholtz.de/jan-woerners-blog
Die Folgen der Vulkaneruption:
Wissenschaftler aus mehreren Helmholtz-Zentren untersuchen die mittelfristigen Folgen der Vulkan-Eruptionen in Island. Auf einer ständig aktualisierten Schwerpunktseite im Internet stellt die Helmholtz-Gemeinschaft die aktuellen Forschungsaktivitäten der Helmholtz-Zentren zusammen:
Satelliten vermessen die Aschewolke
Nachdem der Vulkan Eyjafjallajökull auf Island am 15. April und am 21. März 2010 große Mengen an Asche und Schwefeldioxid in die Atmosphäre geschleudert hat, werten Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) aktuelle Aufnahmen mehrerer Umweltsatelliten wie dem europäischen MetOp-A-Satelliten und dem amerikanischen NOAA-19 Satelliten aus, um die Auswirkungen der Eruptionen auf die Atmosphäre zu untersuchen.
„Gase und Aschepartikel können häufig bis zu 15 Kilometer und mehr in die Atmosphäre katapultiert werden. Sie werden dann mit der großräumigen Strömung oft über viele tausend Kilometer transportiert“, berichten Dr. Michael Bittner vom Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum, das zum DLR gehört, und Dr. Hans Volkert vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre in Oberpfaffenhofen. Die Aschepartikel beeinträchtigen nicht nur den Flugverkehr, sondern beeinflussen auch, wie viel Sonneneinstrahlung noch bis zum Erdboden durchdringt. Sehr feine Rußpartikel können unter Umständen viele Monate in der Atmosphäre bleiben und sich auf das Temperaturgefüge auswirken oder auch als Kondensationskeime dienen, an denen sich Wolken bilden. Die ausgestoßenen Aschewolken beeinflussen möglicherweise auch die höheren Luftschichten in der Atmosphäre bis hinauf zu etwa 100 Kilometern. All dies ist erst ansatzweise erforscht. Anlässlich des aktuellen Vulkanausbruchs hat das DFD das internationale „Network for the Detection of Mesopause Change“ aktiviert, das aus 43 Messstationen in 21 Ländern besteht.


