Aus der Forschung

Die Sonnenaktivität schwankt im Verlauf von circa elf Jahren um rund 0,1 Prozent. Bild: Hinode JAXA/NASA/PPARC
Die Helmholtz-Zentren Alfred-Wegener-Institut und Deutsches GeoForschungsZentrum veranstalten am 2. und 3. November 2009 mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung die Konferenz „Klima im System Erde“ in Berlin.
Originalveröffentlichung:
Science 28 August 2009:
Vol. 325. no. 5944, pp. 1114 - 1118
DOI: 10.1126/science.1172872
Sonnenzyklus beeinflusst Tropenklima
Etwa elf Jahre dauert ein typischer Zyklus der Sonne, in dessen Verlauf die Stärke der Strahlung über alle Wellenlängen zusammengenommen um 0,1 Prozent variiert. Doch welche Auswirkungen diese geringen Schwankungen auf das globale Klima haben, ist bislang noch nicht ganz verstanden.
Einen Schritt weiter ist eine Forschergruppe um Gerald Meehl vom US-National Center for Atmospheric Research in Boulder/Colorado und Katja Matthes vom GFZ, dem Helmholtz-Zentrum in Potsdam, gekommen. Sie haben mit einer Computersimulation berechnet, was in Zeiten maximaler Sonnenaktivität in der Atmosphäre geschieht und wie sich diese Prozesse auf Wassertemperaturen des Pazifiks und tropische Niederschlagsmuster auswirken.
Dabei spielen offenbar zwei Prozesse zusammen: Zum einen führt die erhöhte ultraviolette Solarstrahlung in der Stratosphäre zu mehr Ozon und höheren Temperaturen, was wiederum über komplizierte Wechselwirkungsmechanismen zu veränderten Niederschlagsmustern in den Tropen führt. Zum anderen verstärkt sich die Verdunstung in Zeiten höherer Sonnenaktivität in den wolkenfreien Gebieten. Mit den Passatwinden gelangen so erhöhte Feuchtigkeitsmengen zum Äquator, wo sie zu mehr Niederschlag, niedrigeren Wassertemperaturen im Ostpazifik und geringerer Wolkenbildung führen, die wiederum mehr Verdunstung erlaubt.
Diese Ergebnisse erklären die mit der Sonnenaktivität zyklisch schwankenden Niederschlags- und Temperaturmuster, die im Pazifischen Ozean beobachtet werden. Diese Arbeit könne jedoch nicht dazu herangezogen werden, die globale Erwärmung zu erklären, denn die Zyklen der Sonnenaktivität der letzten 30 Jahre zeigten keinen Trend nach oben, schreiben die Forscher im Science-Magazin vom 28. August 2009. Die Studie zeigt aber, dass auch natürliche Prozesse auf komplexe Weise das Klimageschehen beeinflussen können. „Wir werden viele weitere Studien brauchen, um diese Mechanismen aufzudecken und verstehen zu können“, sagt Katja Matthes.


