Hermann

Aus der Forschung

Credit: GSI, Bierstedt/HZI, G. Otto/GSI

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Drei Helmholtz-Institute am Start

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist jetzt in allen Bundesländern Deutschlands vertreten, denn zu den inzwischen 16 großen Forschungszentren der Gemeinschaft sind nun noch drei Helmholtz-Institute in Thüringen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gekommen. Im thüringischen Jena hat das Helmholtz-Institut Jena (HIJ) die Arbeit aufgenommen, in Mainz (HIM) in Rheinland Pfalz ist das Helmholtz-Institut Mainz gestartet und in Saarbrücken ist das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) gegründet worden.

Die Helmholtz-Institute sind dabei Außenstellen von Helmholtz-Zentren, die auf dem Campus einer Partneruniversität angesiedelt sind und eng mit der Universität zusammen arbeiten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) trägt 90 Prozent der Finanzierung, was nach einer Aufbauphase rund fünf Millionen Euro jährlich entspricht. Die restlichen zehn Prozent kommen vom Bundesland.

Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung ist mit den zwei neuen Helmholtz-Instituten in Jena und in Mainz verbunden. Das Helmholtz-Institut in Jena arbeitet an Fragen der Laserphysik und kooperiert dabei nicht nur mit der dortigen Friedrich-Schiller-Universität (FSU), die Expertise auf dem Gebiet der Hochleistungslaserphysik einbringt, sondern auch mit dem Helmholtz-Zentrum DESY. Zudem profitiert das Helmholtz-Institut Jena von der in der Region angesiedelten High-Tech-Kompetenz auf dem Gebiet der Optik. GSI und DESY betreiben mit FLASH und PHELIX weltweit einzigartige Lichtquellen für die Forschung. Gründungsdirektor des Instituts, das mit rund 20-30 Mitarbeitern seine Arbeit im Universitäts-Gebäude aufnehmen soll, wird Prof. Dr. Thomas Stöhlker vom GSI. Getragen wird das Institut darüber hinaus von mehreren Professoren der Universität Jena, weitere Berufungen sollen gemeinsam von FSU und GSI vorgenommen werden. "

Das Helmholtz-Institut Mainz arbeitet als Außenstelle des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung mit der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz zusammen. Zu den Aufgaben zählen die Planung von Experimenten am künftigen Großbeschleuniger FAIR und Arbeiten zur theoretischen Physik, um die Ergebnisse dieser Experimente interpretieren zu können. Dabei geht es um fundamentale Fragen der Natur, um Struktur, Symmetrie und Stabilität von Materie und Antimaterie. Ziel ist es, die Reaktionen von Antimaterie besser zu verstehen und damit die Struktur der uns umgebenden Materie zu erforschen. Die Suche und die Vermessung von sogenannten Gluebällen, einer neuen, exotischen Form der Materie, die aus reiner Energie besteht, ist ein weiteres Ziel. Schließlich denken die Forscher auch schon an eine Zukunft im Anschluss an die Nutzung von FAIR ab etwa 2020. Machbarkeitsstudien zum Bau eines neuen Beschleunigers, des Elektron-Nukleon-Kolliders, sind Teilprojekte des Instituts und verbinden die Mainzer Expertise auf dem Gebiet der Elektronenbeschleuniger - auf dem Campus der Universität wird der MAMI-Beschleuniger mit internationaler Beteiligung betrieben - mit der großen Erfahrung des GSI Helmholtzzentrums in der Arbeit mit Ionenstrahlen. Das neue Institut wird zunächst etwa 20 Wissenschaftler von GSI und Universität Mainz beschäftigen, später sind weitere Einstellungen geplant. Prof. Dr. Frank Maas wird geschäftsführender Direktor des HIM.

Mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig (HZI) hat die Universität in Saarbrücken ein gemeinsames Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) gegründet. Am HIPS sollen neue Wirkstoffe zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten identifiziert und dann für die pharmazeutische Anwendung weiterentwickelt und optimiert werden. Das Institut soll aus drei Abteilungen und drei Nachwuchsgruppen bestehen. Die Wissenschaftler wollen Wirkstoffe aus natürlichen Quellen identifizieren, sie durch Veränderung ihrer chemischen Strukturen für einen pharmazeutischen Einsatz optimieren und den Wirkstofftransport untersuchen. Geleitet wird das HIPS von Professor Dr. Rolf Müller.

Ausschlaggebend für die Einrichtung dieser drei Helmholtz-Institute war ein Beschluss des Bundestags, nach dem gemeinsame Institute der Helmholtz-Gemeinschaft mit Universitäten in solchen Bundesländern gegründet werden sollen, in denen die Helmholtz-Gemeinschaft bislang nicht vertreten ist. Durch die Einrichtung eines dauerhaften Instituts eröffnet sich die Möglichkeit, gemeinsam langfristige Projekte zu planen und zu realisieren. „Die Universitäten sind unsere wichtigsten Partner in Forschung und Ausbildung. Mit den drei neu gegründeten Helmholtz-Instituten gehen wir nun einen Schritt weiter und institutionalisieren diese Partnerschaften, um die Zusammenarbeit nachhaltig auszubauen“, sagte Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft.

Zur Webseite der Helmholtz-Institute

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11.01.2013
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