Personalia
Neuer Geschäftsführer für den Antarktisvertrag:
Die Geschäfte für das internationale Antarktis-Vertragssystem werden ab August 2009 von einem Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts geführt. Der neue Leiter für das Antarctic Treaty Secretariat wird Dr. Manfred Reinke, der sich gegen mehrere Mitbewerber aus Großbritannien und Australien durchsetzen konnte. Sitz des Sekretariats ist die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Manfred Reinke arbeitet seit vielen Jahren im Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, zuletzt als Leiter im Wissenschaftsreferat des Direktoriums. Der 56-jährige Wissenschaftler hat Biologie und Chemie an der Universität Kiel und Informatik an der Universität Hagen studiert. Zur Polarforschung stieß er bereits im Rahmen seiner Promotion am Institut für Polarökologie in Kiel. Er verfügt über langjährige Erfahrung in verschiedenen Gremien der internationalen Arktis- und Antarktisforschung und ist ein ausgewiesener Experte in der Wissenschaftsverwaltung. Die Entscheidung für den deutschen Forscher zeigt auch das große Vertrauen der internationalen Staatengemeinschaft und ihre hohe Wertschätzung für die deutsche Polarforschung.
Der Antarktisvertrag von 1959 lässt die Nutzung der Antarktis nur für friedliche Zwecke zu und verbietet alle Maßnahmen militärischer Art. Er gewährleistet die Freiheit wissenschaftlicher Forschung, bestehende Souveränitätsansprüche werden durch den Vertrag eingefroren. Seit 1991 wird er durch ein Umweltschutzprotokoll ergänzt. Deutschland gehört seit 1979 zu den heute 48 Vertragsparteien des Antarktisvertrags und ist einer der 28 Mitgliedsstaaten, die aufgrund eigener Antarktisforschung stimmberechtigt sind. Das Sekretariat in Buenos Aires nahm seine Arbeit im September 2004 auf. Am 6. April wurde das 50-jährige Bestehen des Antarktisvertrags feierlich mit einer Minister-Erklärung in Washington begangen.


