Aus der Forschung

Ein Meteorologe startet die erste Ozonsonde vom Dach der Neumayer-Station III am 18. Februar 2009. Foto: Hans-Christian Wöste/ AWI
Neumayer-III-Station nimmt den Betrieb auf
Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan hat am 20. Februar von Berlin aus über eine Videoleitung die Neumayer-Station III in der Antarktis eingeweiht. Die neue deutsche Forschungsbasis nimmt damit ihren Betrieb auf. Sie liegt 6,5 Kilometer südlich der alten Neumayer-Station auf dem Ekström-Schelfeis im Dronning Maud Land in der Antarktis. Die Station dient als Basis für die wissenschaftlichen Observatorien sowie als logistisches Zentrum für Inlandexpeditionen und Polarflugzeuge. In einer Bauzeit von insgesamt sieben Monaten hat das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft die Neumayer-Station III über zwei antarktische Sommersaisons errichtet. Sie bietet Platz für maximal 40 Personen. Neun Personen stellen den ganzjährigen Betrieb der Station sicher. Das Bauwerk kostete rund 40 Millionen Euro, die MIttel wurden durch das BMBF langfristig bereit gestellt.
Die Station steht auf 16 Stützen und kann als Ganzes hydraulisch angehoben werden, um den Schneezutrag auszugleichen. Durch diese innovative Lösung kann die Station mindestens 25 bis 30 Jahre betriebsfähig bleiben. Durch die Nutzung des Eises als Fundament kann die Station bei Bedarf vollständig rückgebaut werden und erfüllt damit eine wichtige Forderung des Umweltschutz-Protokolls für die Antarktis. „Als erste Forschungsstation in der Antarktis besteht die Neumayer-Station III aus einem kombinierten Gebäude auf einer Plattform oberhalb der Eisoberfläche, verbunden mit einer in den Schnee gebauten Garage“, erklärt Dr. Hartwig Gernandt, Leiter der Logistik und Hauptverantwortlicher für den Bau am Alfred-Wegener-Institut.
Nicht bei dem Bau und dem Bauwerk sondern auch beim Betrieb werden für den Umweltschutz die höchsten Standards berücksichtigt. Für den sicheren Betrieb im antarktischen Winter sind Dieselgeneratoren unerlässlich. Ein Dieselaggregat von 160 Kilowatt elektrischer und 190 Kilowatt thermischer Leistung versorgt die Station mit Strom. Die entstehende Abwärme wird für Heizung, Schneeschmelze und Warmwasseraufbereitung genutzt. Insgesamt vier dieser Aggregate, drei Stück im Wechselbetrieb sowie ein Aggregat als Notstromversorgung, stehen an der Station als Blockheizkraftwerk zur Verfügung. Seit Ende Januar 2009 liefert eine Windkraftanlage mit 30 Kilowatt zusätzlich Energie in den Regelkreis der Station. In den nächsten Jahren werden schrittweise vier weitere Windkraftanlagen hinzukommen, die den Kohlendioxid-Ausstoß auf ein Minimum reduzieren werden.


