Aus der Forschung

In der Systembiologie wird auch das Zusammenspiel einzelner Komponenten im lebenden Organismus analysiert. Die Abbildung zeigt Zellkerne (violett bis blau markiert), die von Mitochondrien (grün markiert) umgeben sind, welche die Zelle unter anderem mit Energie versorgen. Bild: Yara Reis, DKFZ – Heidelberg
Kontakt
Andreas Schulze
Ansprechpartner Helmholtz-Allianzen
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
Anna-Louisa-Karsch-Str. 2
10178 Berlin
Helmholtz-Allianz zur Systembiologie
Laufzeit
Januar 2007 bis Dezember 2012
Fördersumme
24 Mio. Euro
Federführung
DKFZ - Sprecher: Prof. Dr. Roland Eils
Helmholtz-Zentren
DKFZ, FZJ, HMGU, MDC, UFZ, HZI
Partner Institute
European Molecular Biology Laboratory Heidelberg, EAWAG-Wasserforschungs-Institut Dübendorf (Schweiz), DFG Forschungszentrums für Regenerative Therapien (CRTD) Dresden
Universitäten
Dresden, Düsseldorf, Freiburg, Heidelberg, München LMU, Stuttgart, Rostock.
Helmholtz-Allianz Systembiologie
In der Helmholtz-Allianz Systembiologie haben sich Netzwerke aus sechs Helmholtz-Zentren mit universitären Partnern und forschenden Unternehmen zusammen geschlossen. Ziel der Helmholtz-Allianz ist es, zu einem besseren Verständnis beizutragen und neue Interventionsstrategien bei komplexen Krankheiten wie Krebs oder Erkrankungen des Nerven- und Herz-Kreislaufsystems zu identifizieren.
Seit Frühjahr 2007 fördert die Helmholtz-Gemeinschaft die Allianz Systembiologie, an der alle Helmholtz-Zentren im Forschungsbereich Gesundheit sowie mehrere Universitäten und forschende Unternehmen beteiligt sind. Bis 2012 werden gemeinsame Forschungsvorhaben mit 24 Millionen Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds gefördert, die Partner investieren den gleichen Betrag.
Die Systembiologie ist eine noch junge Disziplin, die neue Einsichten in Prozesse des Lebens verspricht. Denn sie betrachtet nicht einzelne Gene, Proteine oder Zellen, sondern das biologische System insgesamt und versucht, zu verstehen, wie die einzelnen Komponenten zusammenwirken und wo Ursachen für Fehlfunktionen liegen. Dabei sind mathematische Modellierungen und Computersimulationen wertvolle Werkzeuge, um die Wechselwirkungen zwischen Genen, Proteinen aber auch Kommunikationsprozesse und Signalwege zwischen und innerhalb der Zellen aufzuklären. Diese Grundlagenforschung ermöglicht ein besseres Verständnis, wie auf den Teilsystemen aufbauend ein ganzer Organismus funktioniert, wie Wachstumsprozesse ausgelöst oder das Absterben von Zellen programmiert wird. Zu den Schwerpunkten zählen Untersuchungen zu Signalübertragungsprozessen von Krebszellen, molekulare Grundlagen bei neurodegenerativen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Einfluss von Schadstoffen auf den Zellstoffwechsel, die Rolle nicht-kodierender RNA in regulatorischen Netzwerken, die Struktur und Funktion von Nervenverbindungen im Gehirn und die Modellierung von Hirnfunktionen.
Die Allianz stellt Ausbildungsmöglichkeiten für den Nachwuchs sowie Technologieplattformen für alle Partner bereit und soll dadurch auch das Feld der Systembiologie in ganz Deutschland voranbringen und international stärken. Langfristig sollen die Ergebnisse in Diagnose, Prävention und Therapie vieler Volkskrankheiten einfließen.


