In Kürze
Entwicklung des Tastsinns
Forscher am MDC haben durch Messung elektrischer Impulse in sensorischen Nervenzellen von Mäusen erstmals direkt nachgewiesen, wie der Tastsinn entsteht. Die Nervenzellen bilden danach ihre Fähigkeiten, Berührungen und Schmerz wahrzunehmen, zu unterschiedlichen Entwicklungsphasen aus. In isolierten Zellen von Mausembryonen gelang es den MDC-Forschern winzige elektrische Ströme in den Zellmembranen nach einem Berührungsreiz zu messen. Die sensorischen Nervenzellen von Mäusen können bereits am 13. Entwicklungstag Berührungen wahrnehmen. Das entspricht etwa dem Ende des sechsten Schwangerschaftsmonats beim Menschen. Die Zellen benötigen dazu keinen Nervenwachstumsfaktor, weshalb die Forscher vermuten, dass dieser Prozess von einem genetischen Programm gesteuert wird. Im Gegensatz dazu kann sich die Fähigkeit zur Schmerzwahrnehmung in den sensorischen Nervenzellen aber nur mit Hilfe eines Nervenwachstumsfaktors (NGF) entwickeln. Sie erfolgt auch zu einem späteren Zeitpunkt in der Embryonalentwicklung und noch nach der Geburt.


