Aus der Forschung

Die Grundlagenforschung zu Krebs macht große Fortschritte. Damit diese schneller für die Patientenversorgung genutzt werden können, soll nun die Translationsforschung ausgebaut werden. Foto: DKFZ
Ausbau der Translationalen Krebsforschung
Optimale Rahmenbedingungen für den schnelleren Transfer von Grundlagenforschung in die klinische Praxis soll das „Nationale Konsortium für Translationale Krebsforschung“ bieten, das am 9. Juni 2009 in Berlin von Bundesforschungsministerin Annette Schavan, Vertretern der der Deutschen Krebshilfe und des Deutschen Krebsforschungszentrums vorgestellt wurde. Der Finanzbedarf für das gesamte Konsortium beläuft sich über einen Zeitraum von zehn Jahren auf 400 Millionen Euro.
Das Helmholtz-Zentrum DKFZ in Heidelberg wird als Kernzentrum mit ausgewählten Partnern an Universitätskliniken an bis zu sechs Standorten kooperieren, die den Zugang zu Patienten, Proben und einem leistungsfähigen klinischen Umfeld gewähren. Im Gegenzug erhalten die Standorte Zugang zu den Forschungsprogrammen des DKFZ. Die Standorte werden durch ein internationales Expertengremium ausgewählt. Kernaufgaben des Nationalen Konsortiums sind Aufbau und Nutzung von leistungsfähigen translationalen Forschungseinheiten an bundesweit vernetzten Partnerstandorten.
„Wir verstehen immer besser die wesentlichen Ursachen und Entstehungswege von Krebserkrankungen - nun kommt es darauf an, dieses Wissen möglichst rasch in die klinische Versorgung krebskranker Menschen zu transportieren“, erklärte Professor Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender des DKFZ. Am Deutschen Krebsforschungszentrum wurde bereits mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen eine große Expertise für die enge Vernetzung von Grundlagenforschung und Klinik aufgebaut.
Das BMBF und die Deutsche Krebshilfe werden außerdem insgesamt 15 Millionen Euro über fünf Jahre für die deutsche Beteiligung am „International Cancer Genome Consortium“ (ICGC) zur Verfügung stellen. Das ICGC ist ein biomedizinisches Großprojekt, zu dem sich führende Krebsforscher weltweit zusammengeschlossen haben. Damit sollen Tumorerkrankungen mit besonders hoher Sterblichkeit wirksamer bekämpft werden. Ziel des ICGC ist, die genetischen Veränderungen in Tumoren aller Organsysteme zu analysieren, um bessere Anwendungen in Diagnose, Therapie und Prävention der Krebserkrankungen zu ermöglichen und individuell anpassen zu können. Der Start des Projekts ist im Herbst 2009 geplant.


