Hermann

Aus der Forschung

Das solarthermische Parabolrinnen-Kraftwerk Andasol. Foto: Solar Millennium AG / Paul-Langrock.de

Das solarthermische Parabolrinnen-Kraftwerk Andasol im südspanischen Andalusien. Das weltgrößte Solar-Kraftwerk wurde von der Erlanger Solar Millennium AG entwickelt und zwischen 2007 und 2009 errichtet. Die Anlage mit 50 Megawatt Leistung versorgt bis zu 200.000 Menschen mit klimafreundlichem Strom. Foto: Solar Millennium AG / Paul-Langrock.de

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Sonnenstrom aus der Wüste

In einer Machbarkeitsstudie haben DLR-Wissenschaftler gezeigt, dass ein Teil des Strombedarfs in Europa durch Solarthermische Kraftwerke im Sonnengürtel der Erde gesichert werden kann. Gleichzeitig haben sie Komponenten entwickelt, die ihre Praxistauglichkeit in den südspanischen Solarthermiekraftwerken Almeria und Andasol 1 unter Beweis stellen. Nun will die Wirtschaft die Pläne umsetzen.

Die Sonne ist die wichtigste Energiequelle für die Erde und liefert weit über den Bedarf: „Die Wüsten der Erde empfangen in 6 Stunden mehr Energie von der Sonne, als die Menschheit in einem ganzen Jahr verbraucht“ stellt Dr. Gerhard Knies fest, Vorsitzender des Aufsichtsrates der DESERTEC Foundation, einer Initiative des Club of Rome. Die Initiative setzt sich dafür ein, Solarthermische Kraftwerke im Sonnengürtel der Erde zu errichten, um klimafreundlich Strom für Europa, den mittleren Osten und Nordafrika zu erzeugen.

Das Konzept Desertec basiert auf detaillierten Studien des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die zeigen, dass Solarthermische Kraftwerke in Wüstengebieten Nordafrikas bis 2050 mehr als die Hälfte des Strombedarfs in Europa, dem mittleren Osten und Nordafrika decken könnten. „Und zwar spätestens ab 2020-2025 zu günstigeren Preisen als fossile Kraftwerke“, so Prof. Dr. Hans Müller Steinhagen vom Institut für Technische Thermodynamik des DLR, an dem das Konzept erarbeitet wurde.

Denn die Technik funktioniert, in den USA laufen solarthermische Kraftwerke seit 20 Jahren zuverlässig und DLR-Ingenieure haben an Testanlagen die Leistungen einzelner Komponenten erheblich verbessert: Gerade wurde in Andalusien das größte Solarkraftwerk der Welt, Andasol 1, eingeweiht, für das DLR-Experten wesentliche Schlüsselkomponenten entwickelt hatten. Andasol 1 bringt 50 Megawatt Leistung, und zwar bis zu 20 Stunden am Tag. Auf einer Gesamtfläche von fast zwei Quadratkilometern stehen 600 Parabolrinnen-Kollektoren, zwei riesige Tanks speichern die überschüssige Energie während der Mittagsstunden in flüssigem Salz. Mit der gespeicherten Wärme kann das Kraftwerk noch bis zu acht Stunden nach Sonnenuntergang Strom mit voller Leistung liefern.

Vermutlich geht es nach Jahren des schleppenden Ausbaus jetzt endlich schneller voran, denn plötzlich sieht auch die Wirtschaft ihre Chancen im Desertec-Konzept. Gerade haben sich auf Initiative der Münchner Rück zwölf große Firmen wie Siemens und RWE zu einem Konsortium zusammengeschlossen, bis 2050 wollen sie rund 400 Milliarden Euro in den Bau solarthermischer Kraftwerke im Sonnengürtel der Erde investieren. Das Konzept der DLR-Wissenschaftler, das sowohl die Energieversorgung sichert als auch Treibhausgasemissionen senkt, könnte so erfreulich rasch umgesetzt werden.

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11.01.2013
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