Aus der Forschung

Die geostationären Meteosat-Satelliten liefern seit 1977 Wetterinformationen für Afrika und Europa, hier eine Aufnahme vom 26.01.2009. Bild: Eumetsat
Neue Chancen für Forschung und Industrie:
Ende 2008 haben die zuständigen Minister der Mitgliedstaaten der europäischen Weltraumorganisation (ESA) in Den Haag Programme im Umfang von zehn Mrd. Euro beschlossen. Dabei leistet Deutschland mit 2,7 Mrd. Euro den größten Beitrag. Aufgrund des in der ESA-Konvention verankerten „GeoReturn“ Prinzips fließt der deutsche Beitrag an unsere Wissenschaft und Industrie zurück. Verhandlungsführer für Deutschland war der Koordinator für Luft- und Raumfahrt Peter Hintze vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.
Die Herausforderung bestand darin, das europäische Raumfahrtprogramm insgesamt zu stärken, dabei aber auch deutsche Interessen zu berücksichtigen. So sind unsere Programmbeteiligungen darauf zugeschnitten, Führungsrollen für die deutsche Wissenschaft und Industrie zu sichern. Wir haben durchsetzen können, das Programm „Erforschung des Weltraums“ über die kommenden fünf Jahre um 3,5 Prozent p.a. zu erhöhen. Das bringt einen echten Kaufkraftgewinn. Zu dem Mikrogravitations-Forschungsprogramm der ESA tragen wir mit 146 Mio. Euro nahezu 50 Prozent bei. Außerdem sind wir nun mit 34 Prozent an der dritten Generation der europäischen MeteoSats beteiligt und damit auf Augenhöhe mit Frankreich. Angesichts der geplanten Produktion von sechs MeteoSats bietet das Chancen für die deutsche Industrie in einer schwierigen Zeit. Unsere Programmführung im neu beschlossenen Europäischen-Datenrelay-Satellitensystem (EDRS) ist industriepolitisch ebenfalls wichtig , da in Deutschland entwickelte Technologien zum Einsatz kommen. Gleichzeit reduziert das erdumspannende Netz von geostationären Relay-Satelliten die Abhängigkeit von außereuropäischen Empfangsstationen.
Nach dem Andocken des Labormoduls Columbus an der Internationalen Raumstation (ISS) und dem Erstflug des Automatischen Versorgungsfahrzeuges zur ISS beschlossen die Minister die nächste Periode des ISS-Betriebsprogramms. Hier wurden jedoch italienische und französische Sparzwänge sehr offensichtlich.
Auch wenn ich mir eine höhere, solidarische Finanzierung des ISS-Betriebsprogramms gewünscht hätte, hat die ESA Ministerkonferenz die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Raumfahrtforschung in Deutschland und Europa geschaffen.


