Aus der Forschung

Solarreceiver aus transparenten Glasröhren. Durch diese Glasröhren wird das mit Eisenionen als Photokatalysator und geringen Mengen Wasserstoffperoxid vermischte Abwasser gepumpt, bis die Sonnenstrahlen den gewünschten Reinigungsgrad erzielt haben. Bild: DLR
Sonnenlicht reinigt Abwasser
Solarforscher des Instituts für Technische Thermodynamik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben in Zusammenarbeit mit der Industrie eine solare Wasserreinigungsanlage entworfen, die nun unter dem Namen RayWOx auf den Markt kommt. Die Demonstrationsanlage am DLR-Standort Lampoldshausen reinigt ab sofort das Kühlwasser aus den Triebwerksprüfständen, das mit Raketentreibstoffen und Verbrennungsprodukten kontaminiert ist.
Kernstück der Anlage sind aneinandergereihte transparente Glasröhren, die den so genannten Solarreceiver bilden. Die Abwässer werden mit Wasserstoffperoxid angereichert und durch den Solarreceiver gepumpt, Eisenionen beschleunigen dabei als Photokatalysatoren die Abbaureaktionen durch das Sonnenlicht. In knapp zwei Stunden reinigt die Anlage in Lampoldshausen rund 4.500 Liter Industrie-Abwasser von allen oxidierbaren Verunreinigungen. Die Anlage ist 49 Meter lang und knapp fünf Meter breit, durch das modulare Konzept kann sie aber in beliebigen Maßen aufgebaut werden.
Die solare Wasserreinigungsanlage kann auch zur Vorbehandlung von Sonderabwässern, Reinigung von Sickerwasser aus Mülldeponien und zur Wasser-Entkeimung genutzt werden. Pharmazeutische Wirkstoffe wie Antibiotika, Hormone und Schadstoffe in Laugen werden zuverlässig entfernt. Für das Kooperationsprojekt haben die DLR-Wissenschaftler und ihre Industriepartner den nationalen Energy Globe Award erhalten.


