Aus der Forschung
Salz und Bluthochdruck
Wer das Festmahl nachsalzt, muss mit Warnungen besorgter Angehöriger rechnen. Salz gilt als Risikofaktor für hohen Blutdruck, der wiederum Herzkreislauferkrankungen begünstigen kann. Dennoch ist es nach wie vor ein Rätsel, wieso zuviel Salz zu Bluthochdruck führen kann. Denn zwischen Salzkonsum, Wasserhaushalt und Blutdruck gibt es komplexe Wechselwirkungen, die noch nicht gut verstanden sind.
In der Haut von Laborratten haben Forscher nun einen neuen Salzspeicher entdeckt und auch aufgeklärt, über welche Prozesse salzige Nahrung den Blutdruck beeinflussen kann. Der Salzspeicher befindet sich im so genannten Interstitium, einem Bereich zwischen den Zellen das sehr reich mit Bindegewebe ausgestattet ist. Dieses Bindegewebe besteht zum großen Teil aus Proteinen, (Proteoglykane), an die das Natrium binden kann. Bekommen die Tiere salzige Nahrung, dann lagert sich ein Teil des Salzes hier ein, zeigten die Teams um Dr. Jens Titze (Universität Erlangen) und (unter Anderen) Professor Friedrich C. Luft vom Experimental and Clinical Research Center des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC). Dieser Speicherprozess wird von weißen Blutzellen, den Makrophagen, gesteuert. In diesen Blutzellen entdeckten die Forscher einen Osmose-empfindlichen Genschalter, der bei sehr salzhaltiger Nahrung anspringt und das so genannte VEGF-C-Gen anschaltet. Dieses Gen reguliert die Bildung von Gefäßen im lymphatischen System, das auch beim Flüssigkeitstransport und für den Blutkreislauf eine wichtige Rolle spielt. Geht die Zahl der Makrophagen zurück oder fehlt die Bindestelle für das VEGF-C-Gen, bekommen die Tiere Bluthochdruck, stellten die Forscher fest. Der Griff nach dem Salzfass schadet vermutlich nicht allen gleichermaßen, vielleicht kann in Zukunft ein Gentest klären, wer nachsalzen darf und wer Schonkost braucht.


