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Aus der Forschung

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von Streptococcus oralis. Bild: Manfred Rohde/HZI

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von Streptococcus oralis. Bild: Manfred Rohde/HZI

 
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Neuer Indikator für Oralstreptokokken identifiziert

Normalerweise verursachen orale Streptokokken Karies und Plaque, sie können aber zu ernsten Erkrankungen wie eiternden Infektionen in Hals, Lunge und Leber bis hin zur Sepsis führen. Besonders nach zahnmedizinischen Eingriffen kann es zu Verletzungen im Mundraum und damit zum Eindringen der Bakterien in die Blutbahn kommen.

Welche Stämme dieser Oralstreptokokken am gefährlichsten sind und wie sie sich erkennen lassen, haben nun Wissenschaftler um Prof. Dr. Singh Chhatwal vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) zusammen mit Kollegen der Universitäten in Leipzig und Kaiserslautern und des Christian Medical College in Vellore, Indien, herausgefunden. Im Rahmen des Virtuellen Instituts „Oral streptococci: an emerging Threat for human health“ untersuchten die Wissenschaftler Fälle von Oralstreptokokken-Infektionen in Vellore und am Universitätsklinikum in Leipzig und stellten dabei fest, dass der Bakterienstamm der Anginosus-Gruppe die Hauptursache für schwere Streptokokkeninfektionen ist. Außerdem gelang es ihnen, einen neuen Indikator für Oralstreptokokken der Anginosus-Gruppe zu identifizieren, der den Namen MOAC trägt.

Diese Erkenntnisse werden dazu beitragen, die Diagnose und Behandlung zu verbessern. Bei der bisherigen Diagnose-Methode beschränkte man sich auf den Nachweis der Streptokokken, ohne die Bakterienstämme zu unterscheiden. Dadurch wurde die Infektion unter Umständen unpassend behandelt, weil einige Bakterienstämme inzwischen Resistenzen gegen Antibiotika ausgebildet haben. Mit Hilfe des MOAC-Indikators konnten die Wissenschaftler nun einen Test für den Bakterienstamm der Anginosus-Gruppe entwickeln. Dieser weist mit höchster Sicherheit den gefährlichen Erreger nach, so dass die betroffenen Patienten wesentlich gezielter behandelt werden können.

Lisa Gallasch

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