Hermann

Aus der Forschung

Zwei Buckelwale, die die Polarstern bei Stationsarbeiten auf einer vergangenen Expedition besuchten. Foto: Alfred-Wegener-Institut

Zwei Buckelwale, die die Polarstern bei Stationsarbeiten auf einer vergangenen Expedition besuchten. Foto: Alfred-Wegener-Institut

 
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Kamera erfasst Wale und Meereis

Majestätisch erhebt sich der Wal aus dem Wasser. Für den Bruchteil einer Sekunde scheint die Welt still zu stehen. Dann ist es vorbei – so schnell wie der riesige Meeressäuger aufgetaucht ist, so schnell ist er auch schon wieder in die Tiefen des Meeres verschwunden.

Nur selten ist Menschen dieser Anblick vergönnt. Touristen, Tierfreunde und Forscher – sie alle müssen meist mit der Sichtung der warmen Atemwolke des Wales Vorlieb nehmen, die sich bis zu einigen Metern über dem Meeresspiegel erheben kann.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung erproben jetzt ein neues Messsystem, um Wale zu erfassen. Dieses registriert Temperaturunterschiede des Umfelds und gibt diese in Form von Schwarzweißbildern an einen Computer weiter. Hierzu wurde eine Wärmebildkamera an Bord des Forschungsschiffes Polarstern installiert. Die Kamera wurde auf einer sich drehenden Plattform in 28 Metern Höhe montiert. So kann sie pro Sekunde fünf Rundumbilder der Umgebung knipsen. Taucht also ein Wal in der Nähe des Bootes auf oder stößt eine Atemwolke (Blas) aus, so wird dies als thermographisches Bild gespeichert. Je höher die Temperatur des Meeressäugers oder seiner Atemwolke, desto heller auch der Fleck auf dem Bild.

Das klingt einfacher als es ist, denn es muss auch bei rauem Wetter und Wellengang funktionieren. Die Kamera muss so befestigt sein, dass Schiffsschwankungen ausgeglichen werden und der obere Bildrand immer über dem Horizont bleibt. Die Wissenschaftler entwickeln nun eine Software zur automatischen Auswertung der Bilder. In Echtzeit könnten Schiffe dann erkennen, wo sich Wale befinden und diese umschiffen. Und Schiffe, die mit Schallwellen den Meeresgrund erforschen, könnten diese Messungen unterbrechen, wenn Wale in der Nähe sind. Denn solche Messungen stören die Verständigung zwischen den Walen, und damit auch ihre Orientierung.

Auch für die Wissenschaft selbst wäre die automatische Bildauswertung wichtig, nicht nur, um die Walbestände besser zu erfassen, sondern auch, um den Bestand an Meereis genauer abzuschätzen, der für das Weltklima eine Rolle spielt.

Weitere Informationen:

www.helmholtz.de/awi-infrarot-system

Bodil Mertens

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