Aus der Forschung
Darmspiegelung verhindert 15.000 Krebsfälle
Rund 73.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Darmkrebs. Etwa 40 Prozent der Erkrankten sterben innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose an der Erkrankung. Wissenschaftler um Prof. Dr. Hermann Brenner im Deutschen Krebsforschungszentrum haben nun 1,8 Millionen Darmspiegelungen aus dem bundesweiten Programm zur Früherkennung von Darmkrebs seit 2003 ausgewertet. Sie haben errechnet, dass die Untersuchungen bis 2010 bei rund 15.000 Menschen den Ausbruch von Darmkrebs verhindern, weil bei diesen Fällen fortgeschrittene Vorstufen dieser Krebsform entdeckt wurden, die rechtzeitig entfernt werden konnten.
Die Berechnungen sollen als Entscheidungsgrundlage für eine evidenzbasierte Bewertung des gesetzlichen Darmkrebs-Vorsorgeprogramms dienen. Menschen, die nach einer ersten Teilnahme an einer Darmspiegelung ohne Befund bleiben, wird nach zehn Jahren eine zweite Untersuchung angeboten. Insgesamt gehen aktuell 40 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen und 30 Prozent der Männer einmal in zehn Jahren zur Darmspiegelung. „Das ist gar nicht so schlecht für den Anfang,“ erklärt Hermann Brenner, „wenn es uns aber gelänge, noch mehr Menschen zur Früherkennung zu motivieren – etwa durch persönliche Einladungen zu fälligen Untersuchungsterminen – könnten noch weitaus mehr Krebsfälle vermieden werden.“


